Nebengeräusche

Die Barbie Story 🇨🇦

Im Herzen der Innenstadt von Montreal liegt ein unscheinbares Einkaufszentrum. Von außen betrachtet hält sich die Begeisterung in Grenzen, aber wenn man den zweiten Stock des Gebäudes erreicht, betritt man die Welt einer Popkultur-Ikone aus den 60er Jahren. „Life in plastic, it’s fantastic! You can brush my hair, undress me everywhere“. Herzlich willkommen zur Barbie-Expo. Jawohl, unsere Welt sehnte sich danach, und nun haben wir sie bekommen: ein Meer aus Barbies!

Die Entstehungsgeschichte des populärsten Spielzeugs des 20. Jahrhunderts ist derart bizarr, dass sie erzählt werden muss. Tatort Hamburg, Deutschland: Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt ein unbekannter Comiczeichner die Privilegien, die ungenützten Plätze in der Erstausgabe einer damals noch gänzlich unbekannten Boulevardzeitung zu bemalen.

Die BILD-Zeitung erblickte das Licht der Welt und mit ihr die ersten Zeichnungen einer blonden, gut bestückten Frau, die man mit den Prädikaten „Männerfantasie“, „politisch inkorrekt“ und „frauenfeindlich“ versehen kann. Lilli!

Lilli wurde zum deutschen Idealbild der modernen Frau und verließ nach leichten Anlaufschwierigkeiten das Boulevardmagazin und wurde zum Leben erweckt.

BLICK ÜBER MONTREAL IM INDIEN SUMMER

Die „Lilli zum Mitnehmen“ wurde von der Spielwarenfirma O. & M. Hausser entwickelt und verkaufte in den ersten Jahren in Deutschland mehr als 100.000 Einheiten. Dank des Erfolges wurde die Tatsache, dass dieselbe Firma im Dritten Reich süße Adolf-Hitler-Figuren herstellte, ignoriert. Lillis Besonderheit lag darin, dass sie weniger einem Mädchen als vielmehr einer Frau glich, über eine umfangreiche Auswahl an Wechselkleidung verfügte und ihre Beine eine flexible Dehnbarkeit aufwiesen, was in den 1950er Jahren eine technische Innovation darstellte. Diese Tatsache ließ auch die Pornoindustrie aufmerksam werden, aber dies ist eine andere Geschichte.

Ein unscheinbarer Tag im Jahre 1956 veränderte allerdings alles. Während eines Spaziergangs durch Luzern mit ihren Kindern Barbara und Ken erblickte die Ehefrau des Chefs des Spielwarenkonzerns Mattel die Lilli-Puppe. Der Spielzeugriese aus den Vereinigten Staaten brachte die Puppe über den großen Teich und vertrieb innerhalb weniger Monate unzählige Exemplare. In dieser Zeit erblickte auch Ken das Licht der Welt, woraufhin das angesehene Geschwisterpaar die Vereinigten Staaten von Amerika im Sturm eroberte. Bedauerlicherweise bekamen O. & M. Hausser von dem Wirbel nichts mit und wurden hollywoodreif über den Tisch gezogen. Die Geschäftsleute des US-Konzerns flogen in die damalige BRD, um einen Rechtsstreit zu vermeiden. Dort erwarben sie alle Rechte für 70.000 D-Mark. Angesichts der Tatsache, dass der aktuelle, jährliche Umsatz sich auf etwa 1,5 Milliarden Dollar beläuft, haben die Deutschen möglicherweise eine kleine Fehlentscheidung getroffen. Es kam, wie es kommen musste: Wenige Monate später ging O. & M. Hausser in Konkurs und Mattel stieg zur Weltmarke auf.

Der wahre Name der Puppe ist Barbara Millicent Roberts. In der Realität sind Barbie und Ken Geschwister, wohingegen sie in der Spielzeugwelt von Mattel ein Liebespaar darstellen. Aus diesem Grund sind die Puppen in einigen Ländern der Welt verboten. Inzucht im Land der Spielzeuge? Aber auch das ist eine andere Geschichte.

Es hat mir viel Freude bereitet, die vielen Schaukasten zu erkunden. Ich eilte vom Schauplatz zum Schauplatz, um mir die teilweise kreativen, aber manchmal auch völlig missglückten Figuren anzusehen. Die Barbies aus verschiedenen Teilen der Welt waren meine absoluten Favoriten. Von Argentinien bis Kanada, von Kambodscha bis Australien, von Kenia bis Finnland – sie alle waren vertreten. Ihr könnt euch vorstellen, dass die österreichische Barbie ohne Dirndl nicht ausgekommen ist, da jedes Klischee selbstverständlich bis ins Detail umgesetzt worden ist.

Die Begutachtung der Kategorie der berühmten Persönlichkeiten hat mich ein bisschen durcheinandergebracht. Die Tina-Turner und Cher-Barbie-Puppen waren schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber wer zur Hölle hat die Akte-X (Dana Scully und Fox Mulder) und die Sound-of-Music Barbies kreiert?

Na, dann zeigt mir mal eure Barbie Kenntnisse: Ich präsentiere euch das erste, einzige und wahre Barbie Quiz dieses Planeten: Ich wette, ihr schafft nicht einmal 10 von 16 Fragen.

(Eigentlich denke ich das schon, aber ich habe gelernt, dass diese fiese Andeutung Menschen zusätzlich anstachelt, das Quiz zu spielen 😅).

22

Barbie-Quiz

1 / 16

Meine Nationalität?

2 / 16

Ich bin aus Südamerika, genau aus ... ?

3 / 16

Ihr werdet mich wohl erkennen oder?

4 / 16

Geboren in Asien, aber wo ... ?

5 / 16

Von weit Weg, da komme ich her ... ?

6 / 16

I am From Austria!

7 / 16

Wir suchen die Königin aus Nigeria?

8 / 16

Wir suchen die heißblütige Portugiesin ... ?

 

9 / 16

Der Schwierigkeitslevel steigt. Aus welche Serie sind wir? (dt. Titel 2 Wörter)

10 / 16

Im Jahre 2008 startete unsere Fimreihe ... ? (1 Wort)

11 / 16

Film? (dt. 3 Wörter)

12 / 16

60er Jahren Film? (2 Wörter)

13 / 16

Legenden Fragen: Film? (1 Wort)

14 / 16

Film 2001? (dt., 2 Wörter)

15 / 16

Schwierigkeitsgrad 10/10! Film? (dt. 4 Wörter)

16 / 16

Unlösbar! Film? (engl. 4 Wörter)

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Die durchschnittliche Punktzahl beträgt 56%

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Know Before You Go: Die Barbie Expo befindet sich im zweiten Stock des Haute-Couture-Modehauses, inmitten von Montreal. Der Eintritt ist kostenfrei und von den Öffnungszeiten des Einkaufszentrums abhängig. Derzeit befinden sich über 1.000 Exemplare in der Halle, also der perfekte Ort, um ein paar verregnete Stunden zu verbringen. Visit Website

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