Schritt (5) INFRASTRUKTUR / TRANSPORT
Grundsätzlich könnte ich zu diesem Thema ein kostenpflichtiges Online-Seminar abhalten – aber da ich euch so lieb habe 😇 …
Wie, wann und wo buche ich einen günstigen, unkomplizierten Flug? Es folgt eine kleine Auflistung aus meiner beliebten Kategorie: Tipps & Tricks – wer noch mehr wissen möchte: Ich lasse mich gerne zu einem Essen oder einem kühlen Getränk einladen 😉.
Wann? Ganz einfach – je früher, desto besser! Flugpläne werden grundsätzlich ein Jahr im Voraus veröffentlicht. Ihr verliert zwar die Flexibilität – aber je früher ihr bucht, desto günstiger reist ihr. Aus meiner Erfahrung – und ich traue mich zu behaupten, dass ich mich damit wirklich auskenne – würde ich sagen: spätestens sechs Monate vor Abflug buchen. Natürlich gibt es immer wieder Last-Minute-Flüge – aber das ist eher die Ausnahme.
Bucht eure Flüge dienstags bis donnerstags – und versucht, das Wochenende zu meiden.
Nehmt den frühesten Flug. Auch bei mir gilt: „Der frühe Vogel kann mich mal“ – aber der erste Flug des Tages ist immer pünktlich, und auf den Flughäfen dieser Welt hält sich der morgendliche Stress in Grenzen.
Direktflüge! Direktflüge! Direktflüge! Und solltet ihr zum Umsteigen gezwungen sein, bleibt bei derselben Airline – und plant mindestens drei Stunden Umsteigezeit ein.
Durchstöbert die nähere Umgebung: New York 🇺🇸, London 🇬🇧, Moskau 🇷🇺 und andere Großstädte haben mehrere Flughäfen im direkten Einzugsbereich – die Preisunterschiede können enorm sein.
500days.at-Insidertipp: Während meines Fluges von Fort Worth, Texas 🇺🇸 nach San Diego, Kalifornien, hatte die Virgin America die glorreiche Idee, mein aufgegebenes Gepäck nach San José, Costa Rica 🇨🇷 zu schicken 😉. Solltet ihr ähnliches Glück haben: Wenn der Koffer nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden – je nach Airline – gesund und heil nachgeliefert wird, dürft ihr auf Kosten der Airline shoppen gehen.
Wie? Überlegt genau, ob ihr wirklich mit aufgegebenem Gepäck reisen müsst – reines Handgepäck hat nicht nur finanzielle Vorteile. Die Gebühren für aufgegebenes Gepäck betragen schätzungsweise 40 Euro pro Flug – multipliziert mit 35 Flügen ergibt das eine stattliche Summe. Dazu seid ihr beim Check-in deutlich schneller – und müsst nach der Ankunft nicht jedes Mal ewig auf den Koffer warten und gleichzeitig hoffen, dass er nicht verloren gegangen ist.
80 Prozent meiner Flüge absolvierte ich ausschließlich mit Handgepäck – und abgesehen davon, dass ich ungefähr fünf Kamerastative kaufen musste, weil diese als gefährliche Waffe deklariert wurden – ich stelle mir gerade vor, wie ich mit einem 20-Euro-Metallstativ einen Piloten zur Landung zwingen soll 🤔 –, hatte ich nur Vorteile.
Ein bisschen Taktik hilft immer: Beim Flug Moskau 🇷🇺 – Miami 🇺🇸 oder Bangkok 🇹🇭 – Singapur 🇸🇬 gönnte ich mir sogar ein zweites Gepäckstück. Warum? Die dringenden Notwendigkeiten – neue Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel usw. – aus den günstigen Ländern in die teureren importiert.
Bucht Flüge und Unterkünfte nicht unbedingt über das Mobiltelefon oder ein Tablet. Die Preise sind in der mobilen Version oft teurer – weil euch die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Bevorzugt einen PC oder Laptop.
Checkt alles vorab genau ab, um versteckte Gebühren zu vermeiden – 35 verschiedene Airlines arbeiten mit 35 verschiedenen Tricks. Rechtzeitiger Online-Check-in, Boardingpass per E-Mail, Visadokumente parat halten usw. – ihr wächst mit den Aufgaben.
500days.at-Insidertipp: Der Klassiker: Ihr wollt eure Bordkarte online ausdrucken, um die Gebühren am Schalter zu vermeiden – aber der Online-Check-in auf der Homepage funktioniert nicht. Böse Zungen behaupten, dass das – vor allem bei asiatischen Billigfluglinien – kein Zufall sei.
Macht einen Screenshot der Fehlermeldung auf eurem Mobiltelefon – er erspart euch langwierige Diskussionen am Schalter.
Wo? Spannendes Thema: Persönlich bin ich kein großer Fan der diversen Flugvergleichsseiten. Teilweise wird die Hälfte der versteckten Gebühren nicht angezeigt, teilweise ändern sich die Preise zwischen den Suchergebnissen, teilweise fehlen bestimmte Airlines – mir fehlt hier der transparente Überblick. Was für ein Wortwitz 😅.
Meine eigenwillige Methode ist zwar etwas aufwendig und kompliziert – hat aber ihre finanziellen Reize.
Beispiel: Nach drei wunderbaren Wochen in Havanna möchte ich gerne nach Südamerika weiterreisen – welche Möglichkeiten habe ich?
Schritt 1: Ich öffne die offizielle Homepage des Flughafens in Havanna 🇨🇺.
Schritt 2: Ich überprüfe die Destinationen, die direkt mit Havanna verbunden sind.
Schritt 3: Ich sehe, dass ich unter anderem direkt von Havanna nach Cancún 🇲🇽 oder nach Caracas 🇻🇪 fliegen kann.
Schritt 4: Wir wollen nach Mexiko – also gehen wir auf die Homepage von Aeromexico, stellen die englische Version ein 😅 – und suchen einen passenden Flug.
Schritt 5: Wir öffnen ein zweites Fenster und vergleichen unseren Fund aus Schritt 4 mit den üblichen Vergleichsseiten wie checkfelix.com oder fluege.de.
Schritt 6: Wir klopfen uns auf die Schulter – weil wir wieder gespart haben, da wir direkt über die Homepage der Fluglinie gebucht haben.
… Viele kleine Kniffe, die euch immer wieder ein paar Euro, Dollar oder – wie in diesem Fall – kubanische Pesos einsparen können. Auch hier gilt: Solltet ihr Hilfe benötigen – ihr wisst, wo ihr mich findet
Zu eurem Vergnügen und zur allgemeinen Erheiterung habe ich einen Auszug meiner Excel-Flugliste eingefügt – damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Arbeit und Wahnsinn hinter diesen Vorbereitungen steckt.
Derselbe Prozess lässt sich natürlich auch für Bahn, Bus und Schiff perfekt anwenden.
Kleines Beispiel: Nachdem wir eine Woche New York 🇺🇸 überlebt – die Stadt geliebt, gelebt, vergöttert und verflucht haben –, möchten wir das US-Kapitol und das Abraham Lincoln Memorial in Washington D.C. besuchen. Der Bustransfer dauert ungefähr sechs Stunden – also vergleichen wir die Möglichkeiten.
Am Independence Day der Vereinigten Staaten würde unsere sechsstündige Busfahrt 27,50 US-Dollar kosten – im europäischen Vergleich ein durchaus faires Angebot.
Plant man jedoch vorausschauend – in der Regel sechs bis acht Wochen im Voraus –, ergibt sich plötzlich ein ganz anderes Bild.
Inklusive der Buchungsgebühr von 1 US-Dollar kommen wir auf eine äußerst sympathische Gesamtsumme von 2 US-Dollar – für eine sechsstündige Fahrt von New York nach Washington D.C. in einem komfortablen, sicheren Reisebus mit Klimaanlage und WLAN.
Das Fährensystem in Skandinavien 🇩🇰🇸🇪🇫🇮🇳🇴, die Zugrouten in Asien 🇻🇳🇹🇭 oder Osteuropa 🇧🇬🇷🇴🇺🇦, die Fernbusse in Australien 🇦🇺 … – überall habe ich ähnliche Möglichkeiten entdeckt und konsequent genutzt.
So romantisch der Faktor Spontanität auch sein mag – Planung und vorausschauendes Denken sind definitiv die günstigeren Alternativen.
Wenn du den Wert des Geldes kennenlernen willst, versuche, dir welches zu leihen.
(Benjamin Franklin)
