Schritt (3) REISEROUTE
Schritt 3 - Reiseroute
Reisen bedeutet herauszufinden, dass alle Unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken.
(Aldous Huxley)
Ich wählte dieses Zitat des britischen Schriftstellers bewusst – um euch eine entscheidende Weisheit für die Routenplanung mitzugeben.
Vergesst all die negativen Vorurteile, die uns zum Großteil von der medialen Welt aufgezwungen werden. Vollkommen irrelevant, welche Orte und Länder ihr sehen und erleben wollt – es gibt keine Grenzen.
Die Routenzusammenstellung ist der absolute Höhepunkt der Planungsphase – denn dieser Teil lässt euch zum ersten Mal unaufhörlich träumen. Als wäre es gestern gewesen, sehe ich noch unzählige Landkarten und Reiseführer in meiner Wohnung herumliegen. Der komplette Boden war bedeckt mit selbst erstellten Reiserouten und Karten.
In dieser Phase habe ich versucht, jeden Besuch höflichst zu vermeiden – denn ich wollte meine kleine Wohnung nicht aufräumen. Ein kleiner Windstoß durch eine geöffnete Tür oder ein nicht gesichertes Fenster hätte vollständiges Chaos ausgelöst – und für unerwünschte Panik und Angstzustände gesorgt 😂. Ein einziger Besucher hätte vermutlich sofort den Notarzt verständigt, weil er meine Wohnung mit einem Tatort verwechselt hätte. Selbst beim kurzen Blick durch den Türspalt, wenn doch einmal jemand klingelte, huschte mir regelmäßig der Gedanke durch den Kopf, ob ich das Chaos rechtzeitig wieder in den Griff bekomme.
Trotz aller Vorsicht flogen immer wieder einmal drei Dutzend DIN-A4-Blätter quer durch die Wohnung – eine unvergessliche, herrliche Zeit.
Tipps & Tricks für die Routenplanung
Vermeidet die Hauptsaison: Die Nebensaison ist ideal – weniger Tourismus, deutlich günstigere Preise und das Wetter ist zum Großteil noch immer halbwegs stabil.
Startet von Osten nach Westen – deutlich angenehmer, was die Zeitverschiebung betrifft.
Kontrolliert unbedingt die riskanten Jahreszeiten: Hurrikan-Saison in den USA, Regenzeit in Asien, Hitze- und Buschbrandsaison in Australien oder die Trockenzeit in Afrika – und versucht gleichzeitig, besondere Höhepunkte mitzunehmen: Indian Summer in Kanada 🇨🇦, Karneval in Brasilien 🇧🇷 oder die Kirschblütenzeit in Japan 🇯🇵.
Startet zum „Warm-up“ in Europa: Sollte dies doch nicht eure wahre Berufung sein, könnt ihr einfacher umkehren. Aber eines kann ich euch versprechen: Je länger ihr reist und je mehr unterschiedliche Regionen ihr besucht, desto stärker wird euer Selbstbewusstsein – und die gesammelten Erfahrungen helfen euch, knifflige Situationen souverän zu meistern.
Setzt Prioritäten – das musste ich erst lernen! Ihr könnt nicht alles sehen und nicht alles erleben. Es hat keinen tieferen Sinn, sich wie Tarzan in Windeseile von Land zu Land zu schwingen. Sucht euch eure Lieblingsländer heraus – und lernt sie in aller Ruhe und Bescheidenheit kennen und lieben. Nur dann könnt ihr sie wirklich fühlen und verstehen.
Plant einen freien Tag pro Woche ein – auch das musste ich erst lernen. Die ersten drei bis vier Monate gab es täglich volles Programm ohne Rücksicht auf Verluste. Wer schon einmal mit mir unterwegs war, weiß, was ich meine – Freunde behaupten, nach einem Urlaub mit mir benötige jeder noch eine zusätzliche Urlaubswoche, um sich von der Reise zu erholen. 😅 Irgendwann wurde der Geist müde und überfordert – und konnte die neuen Eindrücke nicht mehr aufnehmen und verarbeiten. Die Gefahr eines Reise-Burn-outs stand sprichwörtlich vor den Toren. Eine Erschöpfung, die man nicht unterschätzen sollte – denn sie kann äußerst tückisch verlaufen. Der Körper spürt keine Schmerzen oder Ermüdungserscheinungen – aber der Geist zieht sich still und leise zurück. Gönnt euch einen Tag in der Woche! Sorglos am Strand liegen, ein paar Bücher lesen oder ein paar sinnlose Serien streamen – was auch immer. Schaltet einfach euer Gehirn auf Stand-by.
Politische Situation und Einreisebestimmungen
Politische Situation: Eine heikle Angelegenheit, die sich täglich ändern kann – informiert euch daher unbedingt vorab. Eine verlässliche Informationsquelle ist die Homepage des österreichischen Außenministeriums: https://www.bmeia.gv.at/
Diese Beispiele sollen euch weder Angst machen noch schlaflose Nächte bereiten – aber überprüft stets die aktuellen Einreise- und Ausreisemöglichkeiten. Sonst habt ihr wohl mehr zu erzählen, als euch lieb ist.
Kleine Beispiele (Stand 2020):
☑ Habt ihr einen Israel-🇮🇱-Stempel im Reisepass, werdet ihr mit einigen Ölstaaten Probleme haben.
☑ Spezialfall Russland 🇷🇺: Einreise über oder aus der Ukraine 🇺🇦 oder Belarus 🇧🇾 derzeit nicht möglich.
☑ Das US-amerikanische ESTA-Visum könnte euch in einigen vorderasiatischen Staaten Probleme bereiten.
☑ Die Grenze zwischen dem Oman 🇴🇲 und den Vereinigten Arabischen Emiraten 🇦🇪 ist auf dem Landweg unkompliziert passierbar.
☑ Die Grenzen zwischen Georgien 🇬🇪, Armenien 🇦🇲 und Aserbaidschan 🇦🇿 sind auf dem Landweg meist problemlos passierbar – informiert euch aber vorab über die aktuelle Lage.
☑ Die Flugroute zwischen Kuba 🇨🇺 und den Vereinigten Staaten 🇺🇸 ist vergleichbar mit einer Runde Roulette im Casino von Las Vegas.
Meine Excel-Planungsliste




