Kapitel 32 – 🇩đŸ‡Ș V.A.E.

Dubai und Abu Dhabi 
 Geld, Business und Öl – oder bietet sich doch die Möglichkeit, einen echten Einblick in die arabische Welt zu bekommen? 828 Meter đŸ˜± – das höchste GebĂ€ude der Welt – aber ist ein Besuch wirklich Pflicht? Obwohl ich vom Shoppen keine Ahnung habe, werden wir einige Zeit in den Einkaufszentren des Landes verbringen 
 Wie „funktioniert“ eine Moschee, wie feilscht man auf dem Markt, und gibt es eigentlich etwas, das man sich nicht mit Ölmillionen kaufen kann? Fragen ĂŒber Fragen 


Direkt von Kanada 🇹🇩 in die Arabischen Emirate – ein klitzekleiner Kulturschock.

NĂŒtzliche Informationen ĂŒber das alltĂ€gliche Leben in den VAE:

☑ Statistisch gesehen sind die Vereinigten Arabischen Emirate das sicherste Land der Welt. Der Begriff „KriminalitĂ€t“ musste scheinbar noch nicht ins Arabische ĂŒbersetzt werden. Zwei nachvollziehbare GrĂŒnde: (1) Harte Strafen – Stehlen bedeutet: Hand ab! Alkohol- und Drogenmissbrauch: langer GefĂ€ngnisaufenthalt; bei schlimmeren Delikten – um mit den Worten der Herzkönigin zu sprechen: „Kopf ab!“ (2) Die zumindest offizielle NichtverfĂŒgbarkeit von Alkohol, Drogen und Schusswaffen: No Party in Dubai đŸ€·.

☑ Über 80 Prozent der Einwohner sind Zuwanderer oder Gastarbeiter. Ein geringfĂŒgiges Vergehen reicht, um aus den Emiraten fĂŒr immer verbannt zu werden.

☑ Die öffentlichen Verkehrsmittel in Dubai sind eure besten Freunde. Die Infrastruktur ist exzellent, die Preise sind unschlagbar gĂŒnstig – und sogar die BushaltehĂ€uschen haben eine Klimaanlage. Zu meiner völligen Überraschung ist das Busfahren in Abu Dhabi hingegen der reinste Wahnsinn. Es gibt keinen nachvollziehbaren Fahrplan, keine funktionierende App – und Google Maps existiert schlicht nicht. In Abu Dhabi hilft nur eine Kombination aus GlĂŒck, GespĂŒr und Fragen, Fragen, Fragen.

☑ Bei den Miet- und Benzinpreisen – rund 40 Cent pro Liter – klingt ein Mietwagen verlockend. Ich wĂŒrde dennoch davon abraten: ParkplĂ€tze sind Mangelware, der Verkehr ist chaotisch – und die FahrqualitĂ€ten mancher Verkehrsteilnehmer lassen zu wĂŒnschen ĂŒbrig.

☑ Die einzig vernĂŒnftigen Reisezeiten sind Oktober/November und MĂ€rz/April. Im Sommer klettern die Temperaturen auf 45 Grad – viele Attraktionen haben dann geschlossen. Von Dezember bis Februar herrscht Hochsaison, und die Millionen von Touristen treiben die Preise in die Höhe.

☑ Obwohl die VAE zu den offeneren arabischen LĂ€ndern zĂ€hlen, solltet ihr euch unbedingt mit den religiösen und kulturellen Regeln vertraut machen – und diese respektieren.

Jetzt geht es hoch hinaus. Das derzeit höchste GebĂ€ude der Welt steht im Emirat Dubai und misst unfassbare 828 Meter. Ich musste meine Kamera Ă€ußerst raffiniert positionieren und jeden Winkel im Hochformat ausnutzen, um den Burj Khalifa auf ein einziges Bild zu bekommen. Aktuell stehen in Dubai 553 Wolkenkratzer – zum Vergleich: Wien hat drei –, aber alle wirken wie Playmobilfiguren neben dem Burj Khalifa. Übrigens: Bis zur Fertigstellung hieß der Gigant Burj Dubai – arabisch ۚ۱ۏ ŰŻŰšÙŠ, „Dubai-Turm“ –, aber der PrĂ€sident des Emirats, Chalifa bin Zayid Al Nahyan, fand das wenig schmeichelhaft und benannte ihn kurzerhand nach sich selbst um. Staatsoberhaupt mĂŒsste man sein 
 obwohl: den Donauturm in „Kurztower“ umzutaufen đŸ€” 
 ich spĂŒre jetzt schon die Hitze, also lassen wir dieses Gedankenspiel. WĂ€hrend ihr diesen Absatz gelesen habt, ist die Zahl der Wolkenkratzer auf 556 gestiegen 😅 – gefĂŒhlt zumindest. Die Anzahl der KrĂ€ne und Baustellen ist schlicht unvorstellbar.

Im höchsten GebĂ€ude der Welt befinden sich luxuriöse Hotelzimmer, Suiten, BĂŒrorĂ€ume, GeschĂ€fte – und die fĂŒr uns relevante Aussichtsplattform mit dem kreativen Titel: At the Top. Wer das Ticketpreissystem durchschaut hat, dem gilt mein höchster Respekt. AbhĂ€ngig von Uhrzeit, Wochentag, inkludierten Leistungen, gewĂ€hlter Plattform und Buchungszeitraum – mit rund 35 Euro seid ihr dabei. Egal, was ihr wĂ€hlt: Bucht mindestens eine Woche im Voraus!

Die Frage, die mich lĂ€nger beschĂ€ftigte: Burj Khalifa bei Tag oder bei Nacht? Ähnliche Wolkenkratzer bieten die Möglichkeit eines Wiedereintritts oder lĂ€ngeren Verbleibs – beim Burj ist diese FlexibilitĂ€t nicht vorhanden. Aus BudgetgrĂŒnden entschied ich mich fĂŒr die 14-Uhr-Version – mit Einbruch der Dunkelheit vervielfachen sich die Preise. Mehr als eine halbe Stunde hielt ich es auf der Aussichtsplattform nicht aus – man erstickt regelrecht in den Menschenmassen. Im Grunde geht es darum, ein paar Fotos zu schießen und daheim angeben zu können: Ich war „at the top of the world“. Die AtmosphĂ€re gemĂŒtlich genießen, ein GetrĂ€nk konsumieren oder einen Videoanruf starten? Fehlanzeige! Kein Vergleich zum entspannten Verweilen in der Space Needle (Seattle đŸ‡ș🇾) oder im CN Tower (Toronto 🇹🇩). Der Ausblick ĂŒber die WĂŒstenstadt ist natĂŒrlich beeindruckend – aber einen zweiten Besuch wĂŒrde ich nicht mehr einplanen. Wer das höchste GebĂ€ude der Welt besuchen möchte: meinen Segen habt ihr – aber beeilt euch. In den kommenden Jahren wird der Dubai Creek Tower fertiggestellt, der die 1.000-Meter-Marke ĂŒberschreiten soll. Kleiner Insidertipp: Vielleicht nicht direkt nach dem Essen auf die Plattform fahren – im Tower befindet sich einer der schnellsten Lifte der Welt đŸ€ą.

Deutlich gemĂŒtlicher geht es am Fuße des Towers zu. Die Wasserspiele von Dubai haben etwas angenehm Kitschiges und Romantisches. Las Vegas lĂ€sst grĂŒĂŸen – alle 30 Minuten tanzen farbenfrohe FontĂ€nen im Takt der Musik. Musikalische Vielfalt ist dabei garantiert: Die Töne pendeln zwischen klassischer Musik, arabischen KlĂ€ngen, CĂ©line Dion und Bollywood-Musik. Wer Lust bekommen hat, sich dieses feuchte Spektakel anzusehen – hier klicken ⬇.

Wenn ihr denkt, einen 1.000 Meter hohen Tower zu errichten sei wahnsinnig – dann besucht einfach einmal eine Shoppingmall. Seitdem ich denken und reisen kann, stehe ich felsenfest hinter meinen Prinzipien: Es gibt drei Orte, an denen ihr mich niemals findet – Kreuzfahrtschiffe (wĂŒrg), irgendetwas mit Thermen (ja, ich weiß, aber das bin nun mal ich 😉) und Shoppingmalls. Die Klagenfurter City Arkaden oder die Shopping City Seiersberg verbinde ich mit Schaufensterbummeln, ein bisschen Einkaufen und vielleicht einem italienischen Kaffee mit Freunden. In den Emiraten sieht der primĂ€re Nutzen der Malls etwas anders aus.

Stellt euch vor: Ihr seid seit Monaten – nein, seit Jahren – allein unterwegs, und euer rot-weiß-rotes Herz fĂ€ngt langsam an zu bluten. Heimweh und Sehnsucht dominieren eure Gedanken. Ihr seid mitten in der arabischen WĂŒste und vermisst die heimische Landschaft 😞. Hört auf zu jammern, wischt euch die TrĂ€nen aus dem Gesicht – und betretet die Mall of the Emirates. Einfach den Schildern ‎ Ski Dubai folgen und sich ein paar Skier ausleihen 
 ja, Skier! Ihr befindet euch in der weltweit einzigen Indoor-Skihalle eines Einkaufszentrums ⛷! FĂŒnf verschiedene Pisten – inklusive zweier Sessellifte – laden zum Herunterwedeln ein. Immer zu den coolen Kids gehört? Kein Problem – einfach die SnowboardausrĂŒstung 🏂 ausleihen, Halfpipe inklusive. Beim Wintersport genauso unfĂ€hig und talentfrei wie ich? Auf den Skischullandwochen wĂ€hlte ich aus SicherheitsgrĂŒnden freiwillig die Langlaufroute 🙈. Auch kein Problem: Es gibt eine eigene Rodelbahn, einen Bereich fĂŒrs Schneemannbauen ☃ – kein Scherz – und einen eigenen Abschnitt fĂŒr Schneeballschlachten.

Das ist heute aber ziemlich mĂŒhsam mit euch. Dank meiner hervorragenden Kanada-Berichte seid ihr zum idealen Eishockeyfan aufgestiegen? Dann ab in die Metro – Endstation Dubai Mall. In diesem Einkaufszentrum befindet sich eine Kunsteislaufbahn, die jedem zur freien VerfĂŒgung steht. Durch Zufall wurde ich Zeuge eines Testspiels der VAE-Eishockey-Nationalmannschaft – die sich von einem russischen U11/U13-Team aus der Halle schießen ließ.

Als stolzer Österreicher sind diese Bilder schon etwas skurril. Und bei allem Respekt fĂŒr die islamische Kultur und den Glauben – wirklich verrĂŒckt wird es, wenn der Imam ĂŒber die Lautsprecher zum Gebet aufruft. Die einheimischen Menschen schnallen ihre Skier ab, legen die Eishockeystöcke zur Seite – und beten Richtung Mekka. Meine Prognose: Da es im Emirat gerĂŒchteweise nicht an Kleingeld mangelt, wird 2024 die erste Indoor-Skisprunghalle eröffnet – und spĂ€testens 2032 erkauft, Ă€h, bewirbt man sich fĂŒr die Olympischen Winterspiele.

Was findet man sonst noch in der Mall? Ein Aquarium mit dem grĂ¶ĂŸten Schaubecken der Welt, einen 30 Meter hohen Wasserfall – und die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Kinoleinwand unseres Planeten. Dort habe ich mir Die Eiskönigin 2 gegeben – in der englischen Originalversion mit arabischen Untertiteln, bitte fragt mich nicht warum –, und Olaf ⛄ wurde zensiert đŸ€Š. Auch dazu beantworte ich keine Fragen. Böse Zungen behaupten, die VAE hĂ€tten ein wenig zu viel Budget – aber nein, wir denken nicht so, oder?

Apropos ABBA – đŸŽ¶ Money, Money, Money: Das Burj Al Arab ist ein signifikantes Sieben-Sterne-Hotel. Laut dem allgemein anerkannten Hotelsterne-Vergabe-System können maximal fĂŒnf Sterne vergeben werden – aber hey, wir sind in Dubai. Habt ihr noch ein paar Euro in der Urlaubskasse? Dann verkauft noch euer Auto und euer Haus – und schon habt ihr die Möglichkeit, eine Nacht im Burj Al Arab einzuchecken. Die kleinste Suite hat eine WohnflĂ€che von 200 mÂČ. Dazu werdet ihr mit einem privaten Hubschrauber abgeholt – wenn nicht gerade Roger Federer đŸŽŸ seine Trainingseinheiten auf dem Hoteldach abhĂ€lt –, und ihr bekommt einen eigenen Butler zur Seite gestellt. Mein Lieblingsbutler war schon immer der Johann aus DuckTales – obwohl Alfred aus Gotham City auch recht cool ist. Habt ihr einen Lieblingsbutler? Sorry – die Hitze đŸ€·.

Wir könnten noch ewig ĂŒber Dubais kĂŒnstliche Superlative philosophieren – die Emirates Towers oder die Marina, um nur einige zu nennen –, aber springen wir zum kulturellen Teil.

Wer Interesse daran hat, die arabische Welt kennenzulernen, ist in den VAE definitiv an der falschen Adresse. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung stammen aus Indien 🇼🇳, der Rest setzt sich aus den Philippinen đŸ‡”đŸ‡­ und anderen sĂŒdostasiatischen Nationen zusammen. Gerade einmal 20 Prozent sind geborene Araber – was das Vertrautmachen mit der Weltreligion Islam nicht gerade erleichtert.

Obwohl Dubai ĂŒber 500 Moscheen verfĂŒgt, war die Jumeirah-Moschee die einzige, die ich als Nichtmuslim relativ unkompliziert betreten durfte.

Wie lĂ€uft ein Moscheenbesuch eigentlich ab, welche Herausforderungen entstehen – und wie bereitet man sich vor? Vielleicht werdet ihr genauso ĂŒberrascht sein wie ich. Bitte vergleicht den Besuch der Jumeirah-Moschee nicht mit einem der berĂŒhmten GotteshĂ€user, vor denen sich Reisebusse stapeln und ReisefĂŒhrer mit Regenschirmen und Fahnen herumlaufen – das sind zwei völlig verschiedene Welten. ÜberprĂŒft vorab die Öffnungszeiten, die gewĂŒnschte Kleiderordnung – und meldet euch an.

Leicht nervös und ein wenig aufgeregt fuhr ich zur Moschee, ohne wirklich zu wissen, was mich erwartet. Zuerst folgte die Registrierung in einem NebengebĂ€ude – dann startete der Empfang. Tee, Kaffee, traditionelle SĂŒĂŸigkeiten und genug Zeit, um sich mit der Umgebung vertraut zu machen. GlĂŒcklicherweise wollten auch ein paar internationale GĂ€ste die Moschee kennenlernen. Eine wunderschöne Dame im Abaya fĂŒhrte uns zunĂ€chst zum Brunnen, der als Reinigungsstelle dient. Es gehört zu den Pflichten, FĂŒĂŸe, HĂ€nde und Gesicht zu waschen. Die MĂ€nner benutzen den öffentlichen Brunnen – fĂŒr die Frauen gibt es einen separaten.

Im Gegensatz zu christlichen Kirchen und Kathedralen sind Moscheen schlicht ausgestattet. Die Schuhe werden vor dem Eingang ausgezogen – danach nutzte ich die ruhigen Minuten, um mich vorsichtig umzusehen. Keine StĂŒhle, keine BĂ€nke, keine Statuen oder GemĂ€lde 
 schön verzierte Fenster, ein markanter Teppich – der in Richtung Mekka zeigt – und ein Mihrab, eine Gebetsnische. Viel mehr gibt es nicht zu sehen. Der Koran lag bereits bereit. An der Wand hing eine elektronische Anzeigetafel mit roten und grĂŒnen Zahlen – die mich zunĂ€chst vor ein RĂ€tsel stellte đŸ€”.

Wir versammelten uns auf dem Teppich – und die Gastgeberin erhob ihre Stimme. Sie erzĂ€hlte, berichtete, reflektierte. Kein schulischer Vortrag, keine Belehrung – sondern eine transparente, ehrliche Selbstreflexion ĂŒber den Islam und seine politische Wahrnehmung. Folgende Worte sind mir in Erinnerung geblieben:

„Auch wenn es niemand von Ihnen glauben wird – der Islam ist eine friedvolle Religion.“ „Über zwei Milliarden Muslime gibt es auf der Welt – und einige wenige missbrauchen diese Religion.“ „In vielen islamischen LĂ€ndern sind Frauen gleichberechtigt und frei – aber nicht ĂŒberall, das wissen wir.“ „Terror, Hass und Gewalt gegen Frauen sind kein Problem des Islams – sondern ein Problem unserer Gesellschaft.“

Ich möchte weder predigen noch eine religiöse Debatte auslösen – aber ich war fasziniert und gleichzeitig begeistert, wie offen und selbstkritisch unser Dialog war. Eine hochinteressante Diskussion ĂŒber die Weltreligion, ĂŒber Hoffnungen und Ängste, ĂŒber die politische Lage und die negative Außendarstellung. Dieser Austausch in der Jumeirah-Moschee gehört zu den spannendsten GesprĂ€chen, die ich je gefĂŒhrt habe.

Kleiner Fun-Fact: Die meistgeladenen Apps in arabischen LĂ€ndern sind sogenannte Prayer-Times-Apps. Mittels GPS und Kompass zeigen sie Richtung Mekka, ĂŒbertragen die Gebete des Imams – und verfĂŒgen ĂŒber einen Wecker, damit man nicht stĂ€ndig auf die Uhr sehen muss. Die geheimnisvolle Anzeigetafel enthielt Ă€hnliche Informationen.

Randnotiz: Aus BudgetgrĂŒnden teilte ich mir ein 6-Bett-Zimmer mit fĂŒnf jordanischen 🇯🇮 Taxifahrern – genauso romantisch, wie es klingt 😅. Da ich zum GlĂŒck bereits einiges ĂŒber Jordanien wusste, gab es tolle GesprĂ€chsthemen. Eine Sache war allerdings anstrengend: Die Jungs richteten sich nach den Gebetszeiten ihres Heimatlandes – was bedeutete, dass mich ihre Prayer-Times-App mehrmals aus dem Schlaf riss 🙈.

Ein gewisses Selbstvertrauen und eine gewisse Routine erleichtern das tĂ€gliche Überleben auf einem Souk. Ein Souk – oder Souq – ist ein traditioneller arabischer Markt, den man aus den Aladdin-Filmen kennt. Der Dubai Creek gehört zu den wenigen PlĂ€tzen des Emirates, die nicht von Wolkenkratzern zugepflastert wurden. Fernab der schnelllebigen Baukunst liegen der Spice Souk und der Gold Souk. Die ErzĂ€hlungen aus Tausendundeiner Nacht lassen grĂŒĂŸen. Fliegende Teppiche gibt es zwar noch nicht – aber die verfĂŒhrerischen Aromen der GewĂŒrze sorgen fĂŒr ein orientalisches WohlgefĂŒhl.

Ein bekanntes Szenario: Hunderte HĂ€ndler, Hunderte Boutiquen 
 wildes, lautes Treiben 
 mit allen Tricks versuchen die VerkĂ€ufer, einen in ihre LĂ€den zu locken. VerfĂŒhrerische DĂŒfte, kleine Köstlichkeiten – und eine riesige Ansammlung sinnloser Souvenirs nach dem Motto: „Irgendwas muss ich ja mitbringen.“ Aber nirgendwo ein Preisschild. In solchen Momenten vermisst man das strukturierte, langweilige 9,90-Euro-Leben. Was soll ich tun – die werden mich alle ĂŒber den Tisch ziehen! Keine Vergleichsmöglichkeiten, kein Anhaltspunkt – nur diese innere Stimme, die stĂ€ndig warnt. Oh, wie sehr lieben wir EuropĂ€er unsere VerlĂ€sslichkeit.

Am Souk entstehen drei Typen von Menschen:

✔ Typ 1: Man bekommt Angst, flĂŒchtet – und Ă€rgert sich anschließend, dass einem der Mut gefehlt hat.

✔ Typ 2: Man bezahlt den vorgeschlagenen Preis, auch wenn man weiß, dass man gerade ĂŒber den Tisch gezogen wird. Der Weg des geringsten Widerstandes.

✔ Typ 3: Handeln! Feilschen! Fair bleiben – aber handeln! Feilschen! Auch bei dieser Methode wird man als Tourist ĂŒber den Tisch gezogen – aber es fĂŒhlt sich trotzdem tausendmal besser an 😅.

Bevor ich mich den zahlreichen kostenlosen Walking Tours anschloss, war ich irgendwo zwischen Typ 1 und Typ 2 angesiedelt. Inzwischen beherrsche ich die Kunst des fairen Handelns. Die Free Walking Tours sind der Rettungsanker fĂŒr steife EuropĂ€er – und ein gebĂŒhrenfreies Geschenk. Die RundgĂ€nge starten allesamt beim Dubai Museum – einem sehr informativen Museum ĂŒber die Entstehung des Emirates fĂŒr 50 Cent Eintritt. Da sich die Besucherzahlen wĂ€hrend der Mittagshitze in Grenzen hielten, hatte ich eine exklusive „Arabian Nights“-Tour. Mein Guide erklĂ€rte mir zuerst die theoretischen Grundlagen des Handelns – und schickte mich dann auf die Jagd. Ein wenig Desinteresse, eine Prise Skepsis, etwas Vorsicht und Respekt, ein bisschen Fachsimpeln und eine kleine Portion Empathie – schon sieht die Sache ganz anders aus. Ich hatte zwar noch immer das GefĂŒhl, mehr herausholen zu können – aber es hat mir große Freude bereitet, und mein Rucksack war voll mit Dingen, die ich eigentlich nicht brauche. Bis auf das Lavendelöl 😉. Ich spĂŒrte ein klein wenig Stolz, weil ich meine Komfortzone verlassen hatte. Vermutlich war das alles ein abgekartetes Spiel – und mein Guide steckte mit den VerkĂ€ufern unter einer Decke. Aber wen interessiert’s? Ich hatte meinen Spaß.

Wer Gefallen am historischen Teil des Emirates gefunden hat, sollte dem Dubai Heritage Village unbedingt einen Besuch abstatten. Auch in der Altstadt werden kostenlose Walking Tours angeboten. Der Guide erklĂ€rte mir, wie Prinz Charles die Altstadt vor den Wolkenkratzern gerettet hat, warum hier nur bestimmte Kamele zugelassen sind – und mit welcher Technik man die abenteuerliche, wackelige Fahrt mit der Abra, einem kleinen Holzboot, am besten ĂŒberlebt.

Dubai ist berĂŒhmt fĂŒr seine kĂŒnstlichen Inseln – aber die könnt ihr euch getrost schenken. Meine Route fĂŒhrte mich an die Spitze der Palm Island, um das Luxushotel Atlantis und das Lost Chambers Aquarium zu besuchen. Spart euch die Zeit fĂŒr sinnvollere AktivitĂ€ten. Was mich etwas beunruhigt: Aktuell wird an einer neuen kĂŒnstlichen Insel gebaut, die um ein Vielfaches grĂ¶ĂŸer und imposanter werden soll. Der Inselwahnsinn findet wohl kein Ende.

Um die irrsinnigen Dimensionen des Bauwahnsinns zu erfassen, reicht ein kurzer Ausflug zur Dubai Marina. Dieser Stadtteil wurde vor nicht einmal 20 Jahren entworfen und beherbergt bereits 250 Wolkenkratzer. Rechnet mal nach: 250 ausgewachsene Giganten in 20 Jahren 
 beeindruckend oder verstörend – entscheidet selbst. WĂ€hrend ich mit dem Boot durch die Bucht chauffiert wurde, entdeckte ich das neu errichtete Riesenrad. Dieses Teil ist dermaßen groß, dass unser Wiener Riesenrad dagegen wie eine Überraschungsei-Figur wirkt. Nimmt der Irrsinn denn niemals ein Ende?

Jetzt wĂŒrde ich gerne mit traumhaften Strandfotos prahlen und euch mit Palmen- und Cocktailgeschichten eifersĂŒchtig machen 
 aber dieses Kapitel können wir ĂŒberspringen. Um dem hoffnungslosen Kampf gegen die Hitze etwas entgegenzusetzen, warf ich mich sowohl am Jumeirah Beach als auch am La Mer Beach und am JBR Beach in die Fluten. Eine kurze AbkĂŒhlung war zwar vorhanden – fĂŒr einen Sommer-Sonne-Strand-Urlaub kann man Dubai aber vergessen. Verschmutzte Badestellen, kein Zentimeter Schatten – und Baustellen, soweit das Auge reicht. Der nervtötende LĂ€rm der Bohrmaschinen und der trockene Staub des Bauschutts sorgten fĂŒr das restliche Dilemma.

Das Wort WĂŒste ist bereits mehrmals gefallen – ihr könnt euch also ausmalen, was jetzt kommt. Korrekt: ein Trip durch die DĂŒnenlandschaft. Desert Sunset Safari – Touristenfaktor hoch zehn. UnzĂ€hlige Anbieter ködern mit Tagestouren, die jeden erdenklichen touristischen Schnickschnack enthalten: Bauchtanzshow 🙈, traditionelles Barbecue im Beduinen-Camp 
 Beduinen-Camp? Ich lach‘ mich tot: Hunderte Touristen sitzen im Kreis, verzehren vorgekochtes Kreuzfahrtschiff-Essen und glauben, sie wĂŒrden Shisha rauchen und auf Kamelen đŸ« reiten. Never ever – wir reiten niemals auf Tieren. Einfach den ganzen touristischen Unsinn ĂŒber sich ergehen lassen – denn das einzig wahre Abenteuer ist die Fahrt mit dem 4×4-GelĂ€ndewagen durch die Einöde. Mit an Bord: ein ortsansĂ€ssiger Fahrer – der den Klassiker brachte, er habe keinen FĂŒhrerschein und sei noch nie durch die DĂŒnen gefahren – und eine vollkommen verrĂŒckte MĂ€delsrunde aus den Philippinen đŸ‡”đŸ‡­. Aber seht selbst ⬇.

ErwĂ€hnenswert ist die Dubai Opera, die erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde. Ein beeindruckendes, modernes Bauwerk – Schauplatz fĂŒr internationale Events und Konzerte. Da mein Interesse an Kultur, Kunst und Musik noch nicht wirklich vorhanden ist, ĂŒberfiel mich das GlĂŒck – und ich ergatterte ein gĂŒnstiges Ticket fĂŒr das Musical Das Phantom der Oper. Am Ticketschalter fragte ich ein wenig unverschĂ€mt, ob ich einen Blick in den Opernsaal werfen dĂŒrfe. Klar, kein Problem. Die Dame an der Kasse organisierte mir einen Mitarbeiter – und dieser fĂŒhrte mich eine ganze Stunde durch das neue GebĂ€ude. So etwas nenne ich Service. Das abendliche Musical war natĂŒrlich fesselnd – aber um meinen Lieblingsvergleich anzubringen: Wenn man einmal im glasklaren Wasser des Wörthersees geschwommen ist, wird man mit chlorhaltigen StadtbĂ€dern keine Freunde mehr. Mein Broadway war New York.

Wenn ein Emirat zu viel Kleingeld hat, kommen kreative und glorreiche Ideen. FĂŒr wenige Monate im Jahr werden 150 Millionen Blumen đŸŒ» in verschiedene Skulpturen verwandelt. Der Dubai Miracle Garden ist von November bis Mai geöffnet und zĂ€hlt zu den sinnlosesten – und gleichzeitig schönsten – Anlagen, die mit Ölmillionen erschaffen werden können. TatsĂ€chlich wurde eine Passagiermaschine aus fĂŒnf Millionen Blumen gebaut. FĂŒnf Millionen! Ich habe zwar nicht nachgezĂ€hlt – aber vertrauen wir den Emiraten einmal. Überdimensionale Elefanten, die grĂ¶ĂŸte Micky-Maus der Welt sowie Tick, Trick und Track sind ebenfalls mit von der Partie.

đŸŽ¶ „Turbulent wie’n Hurrikane, hier ist Dagobert Duck. Wer verhilft zum Happy End? Es sind Tick, Trick und Track. Sie sind geheimnisvoll, doch sie sind supertoll, die 
 DuckTales (woohoo). Neue Storys Tag fĂŒr Tag. DuckTales (woohoo) 
“

Haha – jetzt habe ich euch einen Ohrwurm mitgegeben.

Zwischen den Emiraten Dubai und Abu Dhabi liegen gerade einmal 150 Kilometer – eine Distanz, die mit dem Fernbus leicht zu bewĂ€ltigen ist. Wer wie ich dem Irrglauben verfallen war, diese zwei Emirate wĂŒrden Hand in Hand gehen, den klĂ€ren wir nun auf. WĂ€hrend Dubai einer deutschen Großfirma Ă€hnelt – perfekte Organisation, geordnete AblĂ€ufe, nichts dem Zufall ĂŒberlassen –, herrscht in Abu Dhabi sprichwörtlich das reinste Chaos. Selten hatte ich so damit zu kĂ€mpfen, von A nach B zu kommen. Obwohl Abu Dhabi bereits 1,5 Millionen Einwohner hat, gibt es keine U-Bahn – und das vorhandene Bussystem erinnert mich eher an die Autoscooter am Villacher Kirchtag. Eine englischsprachige App existiert nicht, die HĂ€lfte der ausgewiesenen Buslinien trĂ€gt eine andere Bezeichnung – und sollte man durch Zufall den richtigen erwischt haben, besteht immer noch eine 50/50-Chance, in die falsche Richtung zu fahren. Aufgepasst: Der vordere Teil ist ausnahmslos fĂŒr Frauen und Kinder reserviert – und im hinteren Teil kommt „Mann“ sich nĂ€her. Die zivilisierten, klimatisierten Metrofahrten sind Geschichte – jetzt heißt es Schulter an Schulter, Ellbogen ausfahren und Schweißtropfen austauschen. Warum nimmt er nicht einfach ein Taxi? Weil das (a) Geld kostet – und (b) wo bleibt dann der Spaß?

Warum sind wir alle in Abu Dhabi? Drei magische Worte: Scheich-Zayid-Moschee! In wenigen Wochen werde ich vor den Mauern des Taj Mahal 🇼🇳 stehen – aber ich frage mich gerade, ob das noch notwendig ist. Befinde ich mich nicht bereits vor dem schönsten Bauwerk unseres Planeten? Wie kann ich euch diese Faszination mit Worten erklĂ€ren? 
 Lassen wir es einfach.

Auch auf die Gefahr hin, dass es schrecklich kitschig klingt: Wenn man durch die weißen SĂ€ulen der Moschee schreitet, den Blick auf die Kuppel und die Minarette richtet – und die glasklaren, blauen WasserfontĂ€nen beobachtet –, fĂŒhlt es sich an, als wĂŒrde man ĂŒber Wolken laufen.

SelbstverstĂ€ndlich fĂ€llt das tiefere VerstĂ€ndnis fĂŒr den Islam weg, da sich vor Ort die Reisebusse stapeln – aber wir sind wegen ihrer Schönheit hier. Meine GesichtszĂŒge spiegeln sich im weißen Marmor – und die Besuchermassen sind so gespenstisch still, wie ich es nur von GedenkstĂ€tten kenne. Etwas gewöhnungsbedĂŒrftig ist der Zugang zur Moschee: Er verlĂ€uft durch ein unterirdisches Einkaufszentrum, in dem sich noble Boutiquen, Fast-Food-Restaurants und SouvenirlĂ€den abwechseln. Ein Rat von mir: Nehmt euch mehr Zeit und umrundet die gesamte Moschee. Vertraut mir – ihr werdet mir ewig dankbar sein. Absolute Abgeschiedenheit, traumhafte Blickwinkel auf das GebĂ€ude und einzigartige Aufnahmen fĂŒr eure Fotosammlung.

Aber jetzt aufgepasst: Nie und nimmer hĂ€tte ich es fĂŒr möglich gehalten, dass die Ästhetik der Scheich-Zayid-Moschee ĂŒbertroffen werden kann. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Presidential Palace – der erst seit wenigen Monaten fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich ist. Wie man ihn auf legalem Weg besuchen kann, kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen. Angeblich benötigt man eine Voranmeldung und einen zugelassenen Guide. Auf gut GlĂŒck ging ich zu den Toren des Palastes – wurde von den Wachen von A nach B nach C und D geschickt – bis ich in einen kleinen Bus verfrachtet wurde, was ein wenig nach EntfĂŒhrungsszenario aussah –, der mich schließlich vor dem Palast absetzte. Na toll 
 wieder einer dieser JĂ€ger-des-Augenblicks-Momente 
 mir lĂ€uft gerade eine GĂ€nsehaut ĂŒber den ganzen Körper, wenn ich daran zurĂŒckdenke. Keine Menschenseele weit und breit – und ich wartete eigentlich nur darauf, dass mich jemand aufsammelte, denn ich wusste nicht einmal, ob ich dort sein durfte. Der weiße Marmor, dieser unfassbare Glanz 
 aber seht selbst.

Was lĂ€sst sich noch alles mit Ölmillionen kaufen? Vielleicht den Louvre? An der KĂŒste des Arabischen Golfs liegt ein architektonisches MeisterstĂŒck – zugleich eine Hommage an das berĂŒhmte französische Kunstmuseum. Der arabische Louvre lĂ€sst sich gut mit den sogenannten „Scheich-Fußballvereinen“ vergleichen: In Windeseile kauft man sich die berĂŒhmtesten GemĂ€lde der renommiertesten KĂŒnstler zusammen. Optisch natĂŒrlich beeindruckend – aber auch eine nicht zu unterschĂ€tzende Bedrohung. WĂ€hrend die prestigetrĂ€chtigsten Kunstmuseen der Welt Organisationen oder Staaten gehören, befindet sich der arabische Louvre im Privatbesitz eines mĂ€chtigen Scheichs. Mit anderen Worten: Der Ölbaron kann mit den KunstschĂ€tzen der Welt tun und lassen, was er möchte. Der Besuch ist lohnenswert – aber Ă€hnlich wie bei der Oper in Dubai merkt man, dass Kunst und Kultur in den VAE noch nicht wirklich angekommen sind.

Im Gegensatz zu Dubai verfĂŒgt Abu Dhabi ĂŒber saubere und attraktive StrĂ€nde. Der Abu Dhabi Beach und der Corniche Beach bieten zwei Möglichkeiten, sich im Arabischen Golf abzukĂŒhlen. Vom Zentrum aus sind sie gut erreichbar – allerdings habe ich das interne Strandsystem nicht wirklich durchschaut. Einige KĂŒstenabschnitte sind kostenpflichtig, andere gratis – manche nur fĂŒr Familien zugĂ€nglich, andere nur fĂŒr Einheimische – und irgendwo wurde mir dann doch noch der Einlass gewĂ€hrt. Es brauchte ein wenig Beharrlichkeit und ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr das System, bis ich endlich meinen luxuriösen Vorzeigekörper unter der arabischen Sonne rösten konnte.

Vor einigen Jahren haben sich die VAE die Lizenz fĂŒr ein Formel-1-Rennen erkauft. Die traditionsreiche – Achtung, Sarkasmus 😉 – Rennstrecke befindet sich auf der Yas Island. Der Yas Circuit liegt rund 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist nur mit viel Improvisation, Fragerei und GlĂŒck mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. An den meisten Wochentagen ist der Circuit frei zugĂ€nglich und lĂ€sst sich mit dem Fahrrad oder Inlineskates umrunden. Da ich ein leidenschaftlicher Formel-1-Fan bin, musste ich die Gelegenheit nutzen, tiefer in die Rennsport-Materie einzutauchen. Eine gefĂŒhrte Tour durch die Katakomben der Rennstrecke ist die optimale Wahl. Das GlĂŒcksprinzip schlug wieder einmal zu – denn allzu viele Urlauber hatten nicht das Verlangen, sich bei ĂŒber 45 Grad den kĂŒnstlichen Kurs anzusehen. Einmal durch die Boxengassen, ein paar Selfies bei Start und Ziel 🏁, ein Spaziergang durch die Kommandozentrale 
 das klingt genauso spannend, wie es war đŸ„±. WĂ€re da nicht die Drift-Challenge gewesen. Rein in den feuerfesten Rennanzug, Schutzhelm aufgesetzt – und los geht die wilde Fahrt. Als Beifahrer eines professionellen Piloten, der seinen Sportwagen ĂŒber die Strecke jagt, kommt man dem Tod sehr nahe đŸ˜±. Vor Jahren war ich Passagier eines Fluges đŸ‡«đŸ‡Ž, der durch Turbulenzen so durchgeschĂŒttelt wurde, dass ich mir vor lauter Festkrallen offene Wunden an den HĂ€nden zuzog. Warum erzĂ€hle ich das? Weil ich seit Ewigkeiten nicht mehr daran gedacht hatte – bis zu diesen Momenten im Sportwagen đŸ˜±đŸ˜±đŸ˜±. Video

Das heimliche Motto der Emirate: das grĂ¶ĂŸte Irgendwas, das lĂ€ngste So-und-so, das höchste Dies-und-das. In die Rubrik „das Schnellste Irgendwas“ gehört der Freizeitpark Ferrari World. Stolz prĂ€sentiert man dort die schnellste Achterbahn der Welt. Ihr wĂŒrdet jetzt gerne wissen, wie es sich angefĂŒhlt hat, mit der Formula Rossa mitzufahren. Keine Ahnung! Der Tag, an dem ich mich jemals in solch ein Teil begebe, wird nie kommen. Ich kann nicht im Geringsten nachvollziehen, was daran Spaß machen soll – aber offenbar gibt es genug verrĂŒckte Menschen unter uns. Die zahlreichen Themenparks der VAE sind ein eigenes Kapitel. Die Parks sind in klimatisierten Hallen untergebracht – und menschenleer.

Ich organisierte mir ein 2-Parks/1-Day-Ticket zu einem sagenhaft gĂŒnstigen Preis. Allein das Parken im Walt Disney World in Orlando war doppelt so teuer. Neben dem Ferrari World stattete ich noch den Warner Bros. World-Filmstudios einen Besuch ab – meinem allerersten Themenpark, in dem mich die Mitarbeiter aktiv anwarben, die Attraktionen auszuprobieren. Das Prozedere hatte eine gewisse Souk-AtmosphĂ€re 😅. Erinnert ihr euch: Sommerferien, Montagvormittag, es regnet – und man geht trotzdem ins Freibad in der Hoffnung, dass es geöffnet ist. Nicht wegen des Wetters oder des Schwimmens – sondern natĂŒrlich wegen der Rutsche! Kein Mensch weit und breit. Rutsche rauf, Rutsche runter, hunderte – nein, tausende Male – ohne eine Sekunde anzustehen. Willkommen in den Themenparks der VAE. Ich spreche nur fĂŒr den Monat November – aber es war so wenig los, dass ich erst beim Betreten sicher war, dass Warner Bros. World ĂŒberhaupt geöffnet war. Nach meinem dreistĂŒndigen Aufenthalt kannte ich alle Angestellten beim Vornamen – und Bugs Bunny, Fred Feuerstein und Co. fragten mich nach einem gemeinsamen Foto.

Mein Fazit: Eigentlich hatte ich keinen Bock auf die V.A.Es. Zu viel GrĂ¶ĂŸenwahn, zu viel kĂŒnstliche Unterhaltung und Touristenattraktionen, aber ich tĂ€uschte mich. Sobald man einmal die Top 5 von TripAdvisor abgearbeitet hat, wird es interessant und aufregend.

Sicherheit: KriminalitĂ€t existiert in den Emiraten nicht. Ihr könnt maximal in den SanddĂŒnen verschwinden, oder von einem Kamel abgeschleckt werden. (WĂŒrde ich beides weniger empfehlen.)

Kosten: Die Preisspanne Dubais reicht von Moldawien bis Norwegen. Es gibt zehn unterschiedliche Dubai PĂ€sse und unzĂ€hlige Vergleichsmöglichkeiten. Abu Dhabi ist deutlich gĂŒnstiger als Dubai. Es liegt an euch, wie viel Budget ihr investieren möchtet.

Jetzt wartet ein absoluter Höhepunkt meiner Weltreise. Mit dem Mietwagen einmal quer durch den Oman 🇮đŸ‡Č. Zugegeben, ich bin schon ziemlich aufgeregt und nervös, weil ich keine Ahnung habe, wie gut diese Idee ist.

 

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