Schritt (7) SPRACHE / INTERESSE / EVENTS
Sprache: Ich bin meilenweit davon entfernt, ein Sprachgenie zu sein – aber ohne gewisse Grundkenntnisse der englischen Sprache kommt ihr nicht allzu weit. Obwohl ich mit bestimmten neuseeländischen und kanadischen Akzenten konfrontiert wurde – dagegen klingt der Vorarlberger Dialekt wie Hochdeutsch 😂 –, kommt man mit soliden Englischkenntnissen ausgezeichnet um die Welt.
Für den südamerikanischen Kontinent – und Florida 🇺🇸 – würden einige Grundkenntnisse der spanischen Sprache bestimmt nicht schaden. Mit einer guten Mischung aus Fantasie, Körpersprache und Optimismus lässt sich aber auch diese Hürde meistern.
Ein ständig steigender Spannungsfaktor ist hingegen in Gebieten garantiert, in denen man die Schrift nicht lesen kann. Die ländlichen Gebiete der Ukraine 🇺🇦, Russlands 🇷🇺 oder Georgiens 🇬🇪 – oder die abgelegenen Regionen Kambodschas 🇰🇭 oder Südkoreas 🇰🇷 – sorgen für eine gewisse Herausforderung, aber auch für herrlich skurrile Geschichten und Momente. Dazu mehr in den jeweiligen Berichten.
Zusammengefasst: Englisch reicht zum Überleben – für alles andere gibt es Hände, Füße sowie Gestik und Mimik.
Die größten Abenteuer entstehen durch das Ungeplante.
(Unbekannt)
Interessen: Was wollt ihr sehen? Was wollt ihr erleben?
Obwohl dieses Zitat von einem sehr weisen und attraktiven Mann stammen könnte, liegt die Wahrheit hier irgendwo in der Mitte. Anhand meines Beispiels „Moscow in 5 Days“ 🇷🇺 möchte ich euch dieses Thema näherbringen. Wir haben fünf volle Tage Zeit, die russische Metropole Moskau kennenzulernen – und möchten so viel wie möglich erleben.
Reisetyp 1 – Normale Menschen: Vor dem Abflug kaufen wir uns einen Reiseführer – bevorzugt bei ReBuy –, den wir zunächst sporadisch durchblättern. Als wir am ersten Abend in Moskau ankommen, möchten wir uns detailliert mit den Höhepunkten und Must-Sees auseinandersetzen – nur sind wir bereits zu müde. Nach einem ausgiebigen russischen Frühstück starten wir mit dem Reiseführer im Rucksack die Expedition Moskau.
Wir möchten das weltberühmte Bolschoi-Theater besuchen – allerdings kommen wir nicht hinein, da nur zweimal pro Woche eine Führung angeboten wird und die Karten bereits vergriffen sind.
Wir wollen den Kreml besuchen – und verbringen den halben Tag in einer endlos langen russischen Warteschlange. Für alle, die noch nie das Privileg hatten, in einer russischen Warteschlange zu verweilen: Italienische Warteschlangen sind dagegen einsame Thermenbesuche 😅. Der Grund: Wir haben es versäumt, die Tickets vorab zu bestellen.
Wir würden gerne Lenins Leichnam im Mausoleum besuchen – eigentlich will das niemand, aber es ist ein perfektes Beispiel –, müssen jedoch feststellen, dass die Grabstätte nur montags, mittwochs und freitags für zwei Stunden geöffnet ist.
Wir würden gerne den einzigen sonnigen Tag im Gorki-Park verbringen – aber wir brauchen eine halbe Ewigkeit, um das russische U-Bahn-System zu durchschauen … und so weiter, und so fort … ich denke, ihr könnt mir folgen.
Reisetyp 2 – Freaks wie ich 🙈! Monate vorab entwerfen wir eine eigene Karte und schreiben uns unsere „Places of Interest“ heraus. Wir markieren unsere Wunschziele mit einer knallroten Nummer – und recherchieren online die möglichen Öffnungszeiten und Ticketpreise.
Wir entwerfen eine perfekte Reihenfolge, in der wir unsere Must-Sees effektiv, unkompliziert und einfach zu Fuß abklappern können. Sämtliche Orte außerhalb des Radius kennzeichnen wir mit der dazugehörigen U-Bahn-Linie und Haltestelle.
Zusätzlich erstellen wir eine tägliche Kostenaufstellung und eine persönliche To-do-Liste – und recherchieren stundenlang, ob eine 72-Stunden-Karte effektiver und günstiger ist als eine Wochen- oder Tageskarte. Das sieht dann so aus: 🙈
Mein Tipp: Findet die goldene Mitte! 😂
Ihr spart enorm an Zeit, Budget und Ärger, wenn ihr eine gewisse Vorplanung unternehmt und die gewünschten Tickets gegebenenfalls online bucht. Allerdings gibt es auch Menschen, die etwas über das Ziel hinausschießen – und dadurch den Faktor Spontanität vollständig entwerten.
Aber zugegeben: Ich wäre immer Reisetyp 2. Erstens liebe ich die Vorbereitungsphase – und zweitens habe ich weniger Angst, etwas zu verpassen.
Events: Nutzt die Möglichkeit und recherchiert frühzeitig die vielfältigen Konzerte, Festivals, Sportveranstaltungen oder Konferenzen.
Ein Rod-Stewart-Konzert in Amsterdam 🇳🇱, ein dreitägiges Musikfestival in Moskau 🇷🇺, ein Boxkampf in Bangkok 🇹🇭, ein Rodeo 😡 in Texas 🇺🇸, ein Fußball-Länderspiel in Sofia 🇧🇬 und Bukarest 🇷🇴, ein Baseballspiel in Florida, ein NFL-Spiel in Seattle, ein E-Sports-Event in Seoul 🇰🇷, die Lego-Convention in Seattle – und vieles mehr.
All das wäre mir entgangen, hätte ich mich nicht Monate vorab damit beschäftigt.
