Schritt (4) DOKUMENTE

Eine kleine Auflistung der wichtigsten und absolut notwendigen Unterlagen, damit ihr keine bösen Überraschungen erleben werdet.

 

Visa: Die meisten Staaten ermöglichen es, das notwendige Visum digital zu beantragen – das sogenannte E-Visum: Vietnam 🇻🇳, Thailand 🇹🇭, Neuseeland 🇳🇿, Oman 🇴🇲, Kambodscha 🇰🇭, USA 🇺🇸, Kanada 🇨🇦, Belarus 🇧🇾, Indien 🇮🇳 usw. – funktioniert halbwegs einfach und ist lösbar. Verwendet ausschließlich die offiziellen Links auf der Homepage des Österreichischen Außenministeriums – es gibt unzählige betrügerische Fake-Seiten im Netz!

Spezialfall Russland 🇷🇺 und China 🇨🇳: sehr kompliziert – und es gibt noch keine digitale Lösung. Das bedeutet: Entweder persönlich bei den jeweiligen Botschaften vorsprechen – oder den Originalreisepass einschicken. Da diese Visa frühestens 30 Tage vor Ankunft beantragt werden können, müsst ihr entweder umgehend mit diesen Ländern beginnen – oder es gleich sein lassen. Oder ihr verwendet Trick 17: Keine Ahnung, wie legal oder illegal das ist – aber unter der Rubrik Reisepass erfahrt ihr Näheres dazu.

… Und ja – ihr könnt das China-Visum 🇨🇳 theoretisch auch bei der Botschaft in Hongkong 🇭🇰 oder Taipeh 🇹🇼 beantragen. Allerdings müsst ihr dafür bereits Hin- und Rückflug gebucht haben – und eine Garantie gibt es dennoch nicht. Ein Grund, warum China auf meiner Streichliste gelandet ist.

… Und noch eines: Ja, es gibt fast überall „Visa on Arrival“ – das bedeutet, ihr könnt das Dokument bei der Ankunft am Flughafen direkt erwerben. Davon würde ich jedoch absolut abraten: teure Bearbeitungsgebühren, lange Wartezeiten und eingeschränkte Öffnungszeiten.

Impfpass: Andere Länder, andere Sitten! Die Gelbfieberimpfung ist für einige Länder gesetzlich verpflichtend – und wird bei der Ankunft kontrolliert. Weitere, zwar nicht verpflichtende, aber sehr empfehlenswerte Impfungen sind unter anderem Japanische Enzephalitis oder die Tollwutimpfung.

Lasst euch am besten beim Gesundheitsamt einen Termin geben, um einen Impfplan zu erstellen. Startet so früh wie möglich – die meisten Injektionen sind untereinander nicht kompatibel. Meine 20 Impfungen wurden auf sechs Monate verteilt – und das war schon ein stressiges Programm für meinen Körper, der mich das immer wieder spüren ließ – obwohl er noch halbwegs jung und fit ist.

Nein – gegen Malaria gibt es keine Impfung. Und ja, es kann ziemlich schlimm enden. Da ich mir nicht den Luxus der kostenintensiven Tabletten gönnen wollte, habe ich Malariagebiete so gut wie möglich gemieden. Und nochmals: Nein – das ist kein Mythos und keine Panikmache. Diese Krankheit kann gefährlich enden – leider musste ich diesbezüglich eine traurige Geschichte hören.

Reisepass: Keine Garantie, ob es funktioniert – aber wenn, würde ich es uneingeschränkt empfehlen: Kontrolliert, ob euer aktueller Reisepass noch lange genug gültig ist – einige Staaten erlauben die Einreise nur, wenn der Reisepass noch mindestens sechs bis zwölf Monate gültig ist. Aber was passiert, wenn man den Reisepass verliert? Es gibt Notreisepässe, die bei österreichischen Botschaften ausgestellt werden können – deren Gültigkeit ist allerdings sehr kurz und garantiert höchstens einen sicheren Rückflug. Mit anderen Worten: „Ihr seid richtig aufgeschmissen!“

Die Lösung – Trick 17: Warum eigentlich die 17? 🤔 In der Schweiz 🇨🇭 ist es die 77, in Finnland 🇫🇮 die 3 – aber egal 😅. Netterweise hat mir das Passamt in Klagenfurt einen zweiten, vollkommen unabhängigen Reisepass ausgestellt – Achtung: kein Ersatzreisepass! Grundsätzlich erhalten dies nur Diplomaten oder österreichische Staatsbürger, die – ich zitiere – „einen außerordentlichen Grund“ vorweisen können und eine schriftliche Erklärung abgeben, in der sie garantieren, keinen Missbrauch zu begehen 🤔. Eine langjährige Weltreise durch fünfzig Länder ist streng genommen kein außerordentlicher Grund – aber es hat geklappt. Danke dafür!

So konnte ich mit Reisepass A von Staat zu Staat reisen – und Reisepass B laufend an die österreichische Botschaft schicken, um unter anderem das Russland-Visum zu beantragen. Ab diesem Zeitpunkt heißt es jedoch höllisch aufpassen: Verwechselt eure Pässe nie bei der Ein- oder Ausreise – und achtet darauf, dass ihr jeweils die richtigen Stempel im selben Pass habt, damit eure Reiseroute nachvollziehbar bleibt.

Das Ganze klingt genauso verwirrend, wie es ist – also: Wer diesen Absatz verstanden hat: Respekt! Ansonsten – einfach fragen.

Kreditkarte: Dieses Thema hat mich Stunden und Tage an Recherche gekostet – aber ich habe eine gebührenfreie Kurzzusammenfassung für euch 😉. Vergleicht immer die Bank- und Abhebegebühren eurer Karten! Manchmal ist das Abheben mit der Kreditkarte günstiger, manchmal mit der Bankomatkarte. Natürlich müsst ihr alle Karten für den weltweiten Gebrauch freischalten lassen – grundsätzlich alle drei Monate. Auch das ist nicht immer einfach, wenn ihr gerade irgendwo im Dschungel Malaysias 🇲🇾 sitzt und durch wiederholte Fehleingabe euren Online-Banking-Zugang gesperrt habt 🙈 … Aber auch hier ein paar Tipps:

Genügend Karten mitnehmen: Ich hatte sechs – zwei Kreditkarten, zwei Bankomatkarten und zwei Prepaid-Karten. Wenn ich meine Streifzüge durch die Metropolen dieser Welt unternahm, führte ich nur eine Prepaid-Karte mit geringem Guthaben bei mir. Sollte ich doch einmal ausgeraubt werden, hätte es sich für die Räuber nicht ausgezahlt. Warum sechs Karten? 🤔 Ganz einfach – Mathematik: Eine werdet ihr verlieren, eine wird beim Automaten eingezogen, eine wird durch ein Magnetfeld zerstört – und statistisch gesehen werdet ihr einmal ausgeraubt. Das bedeutet: Ihr habt zumindest noch zwei zur Verfügung. Und nicht wundern – auch wenn euer Bankberater garantiert, dass jede Karte überall auf der Welt funktioniert: Erzählt das einmal der einsamen Tankstelle mitten in der texanischen Wüste 🇺🇸 – oder den dubiosen Bankomaten, die eher an Kaffeeautomaten erinnern, am Flughafen von Chișinău 🇲🇩. Kalkulierte Erfolgsquote beim Abheben: 80 Prozent.

500days.at-Insidertipp: Der US-Dollar wird euer bester und treuester Freund sein. Habt immer ein paar US-Dollar dabei – wenn wirklich alle Stricke reißen, funktioniert dieses Wundermittel auf der ganzen Welt. Der eine oder andere 5- oder 10-Dollar-Schein hat mir – nicht nur sprichwörtlich – das Leben gerettet. Aber das ist eine andere Geschichte!

500days.at-Insidertipp: Wenn möglich – nicht am Flughafen Geld abheben. Die Gebühren sind dort deutlich höher als anderswo

Führerschein: Das Vorzeigen eines internationalen Führerscheins ist beim Anmieten eines Fahrzeuges außerhalb der EU verpflichtend. Informiert euch am besten beim ARBÖ oder beim ÖAMTC. Aber keine Sorge – das ist der einfachste Teil: Passfoto, ein paar Euro und den Originalführerschein einpacken – und ihr könnt den Schein direkt mitnehmen. Nur beachten: Er ist lediglich zwölf Monate gültig und kann unterwegs nirgendwo verlängert werden.

Was tun, wenn man mehr als ein Jahr unterwegs ist? Meine Lösung: Ich habe einen Freund damit beauftragt – nochmals herzlichen Dank dafür –, mir einen neuen zu organisieren. Bewaffnet mit meinem Passfoto, einer Vollmacht und einer Kopie meines Führerscheins ging er zum ARBÖ – und schickte mir das Dokument anschließend ins Ausland nach. Ihr seht: Mit etwas Fantasie lässt sich jede strukturelle Hürde meistern

Passfotos: Ja, Passfotos! Beim Beantragen eines Visums, beim Verlust wichtiger Dokumente oder beim Erwerb eines Japan Rail Pass benötigt ihr Passfotos. Achtet dabei jedoch auf die jeweiligen Normen – die indischen unterscheiden sich von den amerikanischen, diese wiederum von den chinesischen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Versicherung: Unfassbar langweiliges Thema – aber es hilft nichts: Ihr benötigt verpflichtend eine Unfall- und eine Reiseversicherung, um überhaupt in gewisse Länder einreisen zu können. Lasst euch beraten! Persönlich war ich mit der Hanse Merkur Versicherung sehr zufrieden. Lasst euch die Versicherungspolizze aber unbedingt auch auf Englisch und Russisch ausstellen.

 500days.at-Insidertipp: Lasst euch eine Klausel mit aliquoter Rückzahlung einräumen. Von den Versicherungen nicht gerne gesehen – aber dank der Pandemie endete meine Reise früher als geplant, und ich bekam die vorab bezahlte Jahresgebühr nach Vorlage meines Rückflugtickets nach Österreich aliquot zurückerstattet.