Schritt (11) AUSGETRÄUMT
Der letzte Schritt ist gleichzeitig der Emotionalste und Persönlichste, auf den euch niemand vorbereiten kann…-…Was passiert, wenn der Traum vorbei ist“?
Der letzte Abend in Stille und Gelassenheit bricht herein. Der stressige Alltag ist längst vergessen und ich hole noch einmal tief Luft und genieße diesen märchenhaften Blick auf den Ozean. Die innere Unruhe ist ausgeglichen …- …die Zeit steht still. Noch ein letztes Mal den Salzgeruch einatmen, noch ein letztes Mal dem Rauschen des Meeres zuhören, noch ein allerletztes Mal meine Füße in den zarten Sandkörnern vergraben …
…diese zwei Wochen sind aufs Neue viel zu schnell vergangen und am Montag erwartet mich der kleine, alltägliche Kulturschock … – … ich denke, ihr wisst, was ich damit meine …
…der Blues erwartet einen, sich auf die Normalität einzulassen, sorgt für inneren Widerstand …- …das „Post-Holiday-Syndrom“ setzt ein! Je schöner und länger die Auszeit war, desto schwieriger gestaltet sich die Rückkehr in den Alltag. Ihr kennt dieses Gefühl, aber ersetzt die 14-tägige Auszeit durch 16 Monate! Der Begriff Kulturschock muss erst neu definiert werden, um dieses Gefühl zu erklären.
Obwohl ich Tage, Wochen und Monate vollkommen allein unterwegs war, hatte ich keinen Augenblick, in dem mich das beschwerliche Gefühl der Einsamkeit erdrückte. Erst als ich wieder zu Hause war (im Zuge der Pandemie, mit einer achtwöchigen Quarantäne a.k.a. Einzelhaft versehen, – Details im Neuseeland-Bericht) konnte ich das Gefühl von Einsamkeit und Leere neu definieren.
Nicht mal der erste Tropfen, meines endlos vermissten und intensiv geliebten Kernöls, konnte dieses intensive Gefühl vermindern (na ja, vielleicht für einen kurzen Moment 😂). Nein, Spaß beiseite, bei all der Demut, der Wertschätzung und der grenzenlosen Dankbarkeit für das Erlebte: Diese Art der Einsamkeit und absoluten Leere ist ein Scheißgefühl.
Vielleicht wäre es mit einer hollywoodfilmreifen Rückkehr anders gelaufen? Familie und Freunde, empfangen dich mit Blumen und „Welcome Home“ Plakaten am Flughafen, man fällt sich in die Arme und startet umgehend mit den Berichterstattungen über das Erlebte …- … aber vielleicht auch nicht …- …wer weiß das schon?
Meine Botschaft, dieser selbstreflektierten, leicht chaotischen Analyse des Zurückkommens: Setzt euch umgehend neue Ziele! Bevor euer Lebenstraum erfüllt oder beendet ist. Schafft euch ein neues Ziel, einen neuen Wunsch, dadurch könnt ihr die drohende Fallhöhe verringern.
Einsamkeit ist ein köstlicher Balsam auf die wunde Haut der Seele; aber im Übermaß aufgetragen reizt er vielleicht mehr als er lindert.
(Emil Gött)
