Kapitel 14 – 🇮🇱 Israel

Dass Israel ein Hochsicherheitsland ist, spürt man bereits, bevor man nur einen Fuß auf den heiligen Boden gesetzt hat. Am Flughafen Athen 🇬🇷 wurde ich knapp 90 Minuten von den Sicherheitsbehörden „gegrillt“ – und die anschließende Weiterreise nach Tel Aviv war nicht minder kompliziert. Dass Bethlehem nur noch wenig mit den vertrauten Weihnachtsgeschichten, dem Krippenspiel und den Eseln zu tun hat, kann man sich denken – aber die Realität sieht noch deutlich schockierender aus. Drei Weltreligionen streiten sich „friedlich“ um die Herrschaft einer Stadt – wie ist so etwas möglich? Und wieso ich nach einer Woche noch immer die Nachwirkungen des Toten Meeres am ganzen Körper spüre, finden wir gemeinsam heraus.

Israel ist ein religiöses und politisches Pulverfass. Derzeit gilt der Besuch als „sicher“ – aber das kann sich täglich ändern. Für die Einreise wird zwar kein Visum benötigt, dafür aber eine gehörige Portion Geduld und die Bereitschaft, sich hunderten Fragen zu stellen. Meine Reisegruppe – die ihr bereits aus Jordanien 🇯🇴 kennt – hatte dabei völlig unterschiedliche Erfahrungen mit Ein- und Ausreise. Liegt es an der Nationalität, an den Reisezielen, am persönlichen Auftreten? Ich kann es euch nicht sagen.

Kurz erklärt (ich glaube, der befindet sich gerade in Israel, oder? 😅): Stellt euch vor, die Wartezeit am Flughafen vergeht wie im Fluge – was für ein Wortspiel 😅 –, denn ihr werdet von zwei Sicherheitsbeamten „gegrillt“. Kein Ahnung, ob es dafür einen deutschen Begriff gibt, aber die Briten 🇬🇧 sagen „they grilled us“ – und dieser Ausdruck trifft es auf den Punkt. Ein Beamter stellt unzählige Fragen, sein Kollege beobachtet schweigend Mimik und Körpersprache. Welche Fragen? Alles – wirklich alles! Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon Erfahrungen mit fanatischen Online-Dates gemacht hat, aber das ist nichts dagegen.

Ich stand ruhig da, beantwortete alles gelassen und souverän – und irgendwann hatten sie meine beiden Kameras und Mobiltelefone in der Hand. Die Beamten klickten sich durch meine komplette Fotogalerie – zum Glück waren es nur 6.000 Bilder – und landeten anschließend auf meiner Facebook-Freundesliste, um nach Auffälligkeiten zu suchen. Damit es nicht falsch rüberkommt: Sie wirken ausgesprochen freundlich und professionell – es fühlt sich eher nach einem Interview an als nach einem Verhör. Die Belohnung für den bestandenen Frage-Marathon: Die Beamten begleiten euch persönlich durch den Sicherheitscheck, die Passkontrolle und bis zur Boarding-Station am Gate. Man fühlt sich ein klein wenig wie ein Hollywoodstar 😅. Also alles ganz entspannt – wenn ihr in einer Reisegruppe oder als Pärchen unterwegs seid, wird das wohl seltener passieren, aber auf Alleinreisende haben sie sich spezialisiert. Übrigens: Sollte sich der israelische Mossad bei euch vorstellen – ich weiß von nichts 🤔.

Jetzt müsst ihr stark sein und einmal tief durchatmen. Das Bild von Jesus und seinen Jüngern, der friedlich mit seiner Gefolgschaft nach Bethlehem reist … vergesst es! Bethlehem ist der verstörendste Ort, den ich bisher erlebt habe. Die politische Grenze zwischen Israel 🇮🇱 und Palästina 🇵🇸 verläuft direkt durch Bethlehem. Im Vergleich zur Grenzmauer hier wirken die Freedom Wall in Belfast oder die Berliner Mauer wie Legosteine. Dieser Betonkoloss ist bis zu acht Meter hoch und gespickt mit Stacheldrahtzäunen und Scharfschützenposten. Es gibt einige Tore, die teils geöffnet sind und die Möglichkeit bieten, das verfeindete Territorium zu betreten – versehen mit riesigen, bedrohlichen roten Schildern mit der Aufschrift:

„Palestinian Authority Territory – The Entrance for Israeli Citizens Is Forbidden – Dangerous To Your Lives“

Euer Fahrer oder Guide bringt euch zu diesen Toren – und keinen einzigen Meter weiter. Als „neutrale“ Bürger könnt ihr beide Seiten der Mauer besuchen, aber das mulmige Gefühl im Magen nimmt euch dabei niemand. Die Mauer ist überzogen von unzähligen Graffitis – sogenannten Murals –, deren Botschaften von faszinierend, friedlich und wunderschön bis beängstigend und schockierend reichen. Wirklich fordernd für Geist und Seele sind die Anblicke ausgebrannter Fahrzeuge, Einschusslöcher und Überreste diverser Bombenanschläge. Diese Mauer wurde Anfang des 21. Jahrhunderts errichtet und verläuft mitten durch Wohnanlagen und Straßen. Ich glaube, wir können uns nicht einmal annähernd vorstellen, was das für die ansässige Bevölkerung bedeutet: Zwangsumsiedlung, Trennung von Familien und Freunden, Verlust des Arbeitsplatzes und eine vollständige Einschränkung der Freiheit.

Offiziell dient dieser Irrsinn dem Schutz vor Terrorismus und wurde zum Wohl der Bevölkerung errichtet – mir läuft jedoch ein kalter Schauer den Rücken hinunter, wenn ich das live vor Ort erlebe. Meine Fotos der Mauer, die ihr unten in der Galerie findet, wurden allesamt auf der israelischen Seite aufgenommen – auf der palästinensischen Seite würde ich vom Fotografieren dringend abraten. Übrigens: Einige der Murals stammen vom bekannten Künstler Banksy und haben mittlerweile Kultstatus erlangt. Ein absolutes Highlight ist das Banksy Hotel – das ich ohne meinen Guide niemals gefunden hätte. Unbedingt einen Besuch abstatten … dieser kreative Kopf ist schlicht genial.

Ob Jesus hier nochmal durch dieses moderne Schlachtfeld spazieren würde? Wohl kaum – aber immerhin gibt es noch die gut erhaltene Altstadt von Bethlehem, die von den Kriegsschauplätzen zumindest halbwegs verschont geblieben ist.

Der wohl wichtigste Ort für das gesamte Christentum befindet sich direkt am Hauptplatz: die Geburtskirche Jesu, die Church of the Nativity. Es ist mir schlicht unmöglich, euch zu erklären, was ich hier erlebt und empfunden habe – dafür sind die richtigen Worte noch nicht erfunden. Ich werde dennoch mein Bestes geben und beginne mit dem Besuch der Kirche.

Im Dezember steht hier der berühmteste Weihnachtsbaum der Welt. Aktuell zeigt das Thermometer gute 40 Grad, die Sonne brennt gnadenlos herunter und mein Körper dehydriert vor sich hin. In den Weihnachtsfeiertagen ist es zwar etwas kühler – aber eine doch gewöhnungsbedürftige Vorstellung von Weihnachten. 30 Grad, absolut schneefrei, mit einem Glühwein in der Hand „Oh Tannenbaum“ singen … aber wer weiß, wie bei uns dank der globalen Erwärmung die Feiertage eines Tages aussehen werden.

Betreten wir gemeinsam die bedeutendste Kirche dieser Weltreligion. Um eurer Vorstellung etwas nachzuhelfen: Die meisten Kirchen in Israel sind mit unseren nicht zu vergleichen. Diese Gotteshäuser sind ein Komplex aus vielen verschiedenen Räumen – diverse Altäre, unzählige Kapellen, eigene Gebetshäuser, unterirdische Grotten, Katakomben und vieles mehr. Die Gebäudestruktur ist weitläufig, unübersichtlich und mehrstöckig – man läuft unweigerlich Gefahr, sich vollkommen zu verlaufen. Dazu sind die Kirchenkomplexe frei von Elektrizität und werden ausschließlich mit Öllampen beleuchtet, was eine düstere Atmosphäre und ein leicht gespenstisches Flair erzeugt.

Wir betreten die Geburtskirche und reihen uns in eine endlos wirkende Menschenschlange ein, die sich durch die verschiedenen Räume und Hallen zieht. Wir wollen natürlich wissen, wohin all diese Menschen wollen, und kämpfen uns durch die Dunkelheit – begleitet vom angenehmen Aroma des Weihrauchs. Es herrscht weder Hektik noch unangenehme Lautstärke. Am Ende der Schlange entdecken wir den Altar, an dem Jesus geboren wurde. Die Pilger knien nieder, küssen ihre offene Handfläche und legen diese für einen kurzen Augenblick auf den Altar. Und dann brechen alle Dämme. Diese gläubigen Menschen fallen sich gegenseitig in die Arme und weinen. Wir stehen wie gebannt da, beobachten diese unbeschreiblichen Emotionen – und bemerken kaum, dass unsere eigenen Augen bereits feucht werden. Dabei lernen wir einen afrikanischen Reiseführer kennen, der eine nigerianische Pilgergruppe nach Israel gebracht hat – erkennbar an ihrer einheitlichen Kleidung mit der nigerianischen Nationalflagge 🇳🇬 und dem Kreuz Jesu Christi.

Mit unendlicher Begeisterung erzählt er uns von seiner Herausforderung, jährlich so viele afrikanische Pilger wie möglich für diesen einen Moment nach Israel zu bringen. Die Vorbereitungen dauern teils Jahre – das Einreichen der richtigen Dokumente und Genehmigungen, die sprachliche Barriere und vieles mehr. Aber eines verbindet sie alle: Sie sind tief religiös und sparen ihr ganzes Leben lang, nur um einmal diesen Altar berühren zu können. Unser Reiseführer steht voller Stolz und Ehrfurcht neben uns und erzählt seine Geschichte. Eigentlich wollen wir weiter – aber wir können nicht. Wir müssen einfach warten, bis seine Pilger an der Reihe sind, denn diese Emotionen wollen wir uns nicht entgehen lassen. Ich hoffe, ihr seid damit einverstanden … absolute Gänsehautmomente.

Bethlehem liegt nur 15 Kilometer von Jerusalem entfernt. Man kann den Ort auf eigene Faust erkunden – ich würde jedoch ausnahmslos empfehlen, eine geführte Halbtagestour zu buchen. Achtet bei der Buchung darauf: Fast alle Anbieter führen euch in die religiöse Innenstadt – wer aber die Grenzmauer sehen, durch die Höhlen des Holy Land Parks kriechen oder eine kleine Werkstatt besuchen möchte, in der man lernt, wie die berühmten Olivenbäume verarbeitet werden, der wählt eine alternative Tour. Eine der besten Erfahrungen meines Reiselebens.

Bevor ihr euch auf das Abenteuer Israel einlasst, solltet ihr euch mit der Geschichte dieses jungen Staates vertraut machen. Israel wurde erst 1948 gegründet – doch diese kurze Historie ist so komplex, vielschichtig und tragisch, dass man viel wissen muss, um dieses Land wirklich verstehen zu können. Macht euch bitte selbst schlau, um die historischen und politischen Hintergründe zu erfassen – aber eines vorab: Vergesst für einen Moment die mediale Angst- und Panikmache … dieses Land hat so unendlich viel mehr zu bieten als die Golanhöhen oder den Gazastreifen.

Wie stellt ihr euch Jerusalem vor? Überlegt kurz und lasst euren Gedanken freien Lauf …

Jerusalem verfügt über eine weltberühmte Altstadt, in der 40.000 Menschen leben. Die übrigen 450.000 Bewohner verteilen sich auf das moderne Umfeld – hochmoderne Bürogebäude, Fünf-Sterne-Hotels, Universitäten und zahllose Wohn- und Geschäftshäuser. Die Stadt ist schnelllebig, lebendig und mit einer durchschnittlichen europäischen Hauptstadt gut vergleichbar. Bevor ich euch in die zauberhafte Altstadt entführe, stelle ich euch drei interessante Orte an ihrem Rand vor.

Der Ölberg – auf Englisch Mount of Olives – ziert das Stadtbild und ist ein absoluter Pflichtbesuch. Wer sich die Höhenmeter sparen möchte – und vertraut mir, bei über 40 Grad ohne Schatten möchtet ihr das –, springt in den öffentlichen Bus bis zur Endstation an der Bergspitze. Mindestens einen halben Tag dauert die Wanderung entlang des Ölbergs auf den Spuren von Jesus Christus. Da ich mich nicht zu den religiösen Menschen zähle, spare ich euch die Details. Ihr besucht wunderbare Kirchen und Kathedralen, spaziert durch Olivenbaumgärten, durchquert Friedhöfe und landet schließlich im Garten Getsemani. Der Begriff sagt euch etwas, oder? Genau – der Ort, an dem Jesus von Judas verraten wurde. Auch hier empfiehlt sich eine geführte Free Walking Tour, damit ihr wirklich versteht, was, wo und wie alles geschehen ist.

Als ich meine G-Adventures-Gruppe fragte, ob jemand mitkommen möchte, das Grab von Oscar Schindler zu suchen, sah ich viele große Fragezeichen. Oscar wer? Was? Ein weiteres Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Geschichte des Holocaust vermittelt wird. Seine Heldentaten sind offenbar weitgehend unbekannt – also machte ich mich allein auf den Weg. Der Grabstein befindet sich auf einem kleinen, unscheinbaren Friedhof auf dem Berg Zion, den man erst einmal finden muss. Unweit davon liegt der Raum, in dem das Letzte Abendmahl stattgefunden haben soll. Dort versammelten sich Pilger und Besucher in Scharen – der Friedhof hingegen war der ruhigste Ort der ganzen Stadt, und es dauerte eine Weile, bis ich Oscar Schindlers schlichte Ruhestätte gefunden hatte.

Viele Großstädte haben mittlerweile ein eigenes Holocaust-Museum gegründet, um ihren Besuchern die dunkelste Zeit der jüngeren Geschichte näherzubringen. Aber das weltberühmte Yad Vashem ist anders. Der Museumskomplex liegt etwas außerhalb der Stadt, ist aber mit der Straßenbahn bequem erreichbar. Der Eintritt ist kostenlos – und ihr solltet mindestens einen halben Tag einplanen, um wirklich zu begreifen, was in dieser Zeit geschehen ist. Ausstellungsräume, Kunsthallen, Gedenkstätten … anfangs gibt es keinen gravierenden Unterschied zu Holocaust-Museen in Warschau 🇵🇱 oder New York 🇺🇸. Doch bei genauerer Betrachtung reißt euch die Darstellung dieser Ereignisse in einen finsteren Raum, dem ihr nicht mehr entfliehen könnt. In gewöhnlichen Museen begegnet man Touristen und wissbegierigen Studenten. Im Yad Vashem begegnet man Zeitzeugen – Juden, die ihre Familien in diesem Massenmord verloren haben. Die Ausstellungsräume sind detailliert, intensiv und absolut unzensiert. Originalfotos, Videos und Dokumente, die ihr so wohl noch nie gesehen habt – und von denen ihr manchmal wünscht, ihr hättet sie nie gesehen – erwarten euch. Vielleicht der ruhigste und gleichzeitig bedrückendste Ort, den ich je erlebt habe. Die letzte Ausstellungshalle übertrifft dann alles: Auf riesigen Projektionsflächen werden Tausende animierter Fotos gezeigt – keine Opfer, sondern die seltenen Überlebenden des Holocaust.

Spaziergang durch die Altstadt von Jerusalem gefällig? Die Sonne strahlt wieder ununterbrochen vom Himmel und das Thermometer pendelt sich bei 40 Grad ein 🥵. Aus der Entfernung erkennen wir bereits die endlos wirkende Stadtmauer und eines ihrer vielen Tore. Wir spazieren durch das mächtigste und schönste von allen – das Damaskustor. Bevor wir diese fremde Welt betreten, drehen wir uns noch einmal um und verabschieden uns von den modernen Bauten der Großstadt Jerusalem. Zwei … okay … maximal fünf Sekunden dauert es – und wir sind gefangen in einer Welt zwischen den Aladdin-Filmen und den Assassin’s Creed-Spielen. Soweit das Auge reicht: Händler mit bunten Verkaufsständen, überall hängen Teppiche und Vorhänge von den Wänden, orientalische Kleidung, nicht näher identifizierbare Köstlichkeiten, glänzender Schmuck und vieles mehr. Willkommen im Abenteuer von Tausendundeiner Nacht.

Die gespannten Planen schützen uns vor der brennenden Sonne, während wir die Pflastersteine der engen Gassen rauf und runter laufen. Der Duft der Süßspeisen, der Klang der fremden Sprache, das unkontrollierte, aber charmante Fuchteln der Händler, das Aroma der Duftkerzen … wisst ihr was? Wir lieben diesen Ort! Nein – wir vergöttern ihn! Wir schlendern, schauen, kosten und genießen. Wir sind in einer komplett neuen Zeitrechnung angekommen – im orientalischen, arabischen Teil der Old City Jerusalem.

Bei all diesem Trubel entdecken wir ein kleines Holzschild mit der Aufschrift „Western Wall“. Wir kombinieren 🤔 – könnte die Klagemauer sein, oder? Um ehrlich zu sein: Es war pures Glück – ich wäre nie darauf gekommen, dass „Klagemauer“ auf Englisch „Western Wall“ heißt. Der Wunsch, einer bestimmten Richtung zu folgen, ist völlig aussichtslos. Durch die schützenden Planen ist die Navigation per Handy zwecklos, die Gassen verlaufen sich in alle Himmelsrichtungen und es geht konstant bergauf und bergab. Nun verstehe ich auch die Bezeichnung: Die Old City liegt auf dem Tempelberg 😉.

Laufen wir im Kreis? Waren wir schon hier? Komplett egal – wen interessiert es, immer weiter, einfach die Altstadt entdecken. Nach einer Weile sehen wir eine Lichtung … eine kleine Gasse … aber ohne Händler. Am Ende stehen schwer bewaffnete Soldaten. Geht es hier raus 🤔? Als wir ankommen, werden wir unsanft gestoppt und zurückgeschickt. Was haben wir falsch gemacht? Diese Begegnung wiederholte sich ständig. Ich muss zugeben: Erst am dritten Tag habe ich verstanden, wohin uns diese Sperren eigentlich führen – aber dazu später mehr … spannend, spannend, ich weiß! 😅

Wieder eine Gasse, blockiert von einem halben Dutzend bewaffneter Soldaten. Diesmal klappt es – wir werden einem Sicherheitscheck unterzogen, gehen einige Stufen hinab und dann, völlig aus dem Nichts: 😱 Wow! Wow! Und noch einmal Wow! Direkt vor uns – die Klagemauer! Wir sehen Hunderte Juden, die mit ihren Gebetsbüchern entlang der Mauer stehen und diese leicht schaukelnden Kopfbewegungen machen. Von den Mädels müssen wir uns jetzt kurz verabschieden – sie weichen bitte auf die rechte Seite der Mauer aus, denn beim Gebet herrscht strikte Geschlechtertrennung. Für die Jungs, die nicht so gut vorbereitet sind wie ich 😉: Hier kann man sich eine Kippa ausleihen – diese kleine runde Kappe, die als Kopfbedeckung dient.

Seid ihr auch so aufgeregt wie ich? Schließlich befinden wir uns am heiligsten Ort des Judentums. Viele Fragen tauchen auf einmal auf:

Darf ich ganz nahe an die Mauer? Darf ich meine Hände auf die Mauer legen? Darf ich meinen kleinen Zettel in die Mauer stecken?

Ja, ja und ja! Wir verhalten uns respektvoll und ruhig, beobachten die gläubigen Juden und legen unsere flache Hand auf die Klagemauer. Die nächsten Momente gehören jedem Einzelnen persönlich – wir werden sie unser Leben lang nicht vergessen. Wer nicht selbst vor Ort war, kann dieses Gefühl nicht nachvollziehen. Dieser heilige Ort, diese Atmosphäre, die gläubigen Menschen um uns herum … ohne Worte. Die Klagemauer ist kein touristischer Selfie-Hotspot. Mindestens 98 Prozent der Besucher sind gläubige Juden – und obwohl man sich vollkommen fremd in dieser Welt fühlt, wird man herzlich empfangen. Ich wünsche jedem von euch, diesen Ort einmal erleben zu dürfen.

Nur rund 50 Meter von der Klagemauer entfernt befindet sich der Felsendom – das bedeutendste Gotteshaus der muslimischen Welt. Drei Tage habe ich gebraucht, um den offiziellen Zugang zu finden und zu verstehen, wie man ihn passieren kann. Dieser phänomenale goldene Dom steht auf dem Tempelberg und wird von zahlreichen Triumphbögen und Moscheen begleitet. Der Zugang zum Tempelberg ist grundsätzlich ausschließlich Muslimen vorbehalten – mit einer kleinen Ausnahme. Über der Klagemauer verläuft eine Holztreppe, die Nicht-Muslime zu bestimmten Tageszeiten und an bestimmten Wochentagen für kurze Zeit benutzen dürfen. Und das ist die einzige Möglichkeit, die für uns infrage kommt, um diesem heiligen Ort aus der Nähe zu begegnen.

Das Rätsel der bewaffneten Soldaten sollte damit gelöst sein, oder? Der Tempelberg hat zwar mehrere Zugänge – aber wie besprochen nur für Muslime, alle anderen werden streng bewacht. Damit ihr nicht sofort in den nächsten Flieger nach Israel springt, behalte ich mir vor, dieses unbeschreibliche Gefühl zu schildern, wie es ist, den Tempelberg zu betreten und den Felsendom aus nächster Nähe zu erleben.

Stellt euch vor: Ihr steht dort fast allein, blickt auf diesen goldenen Dom, hört die Gebete des Imams … ach, lassen wir das … allein der Gedanke daran gibt mir wieder eine Gänsehaut. Also bucht diesen Flug! Jetzt! Sofort! Bucht ihn!

Wir haben nun die heiligen Orte des Judentums und des Islam kennen und fühlen gelernt. Weiter geht es zum Christentum. Nur wenige Hundert Meter von Klagemauer und Felsendom entfernt liegt die Grabeskirche – die Church of the Holy Sepulchre. Erinnert ihr euch an meine Schilderung der Geburtskirche in Bethlehem? Genau dieselben Szenen spielen sich hier ab: Tränen, Trauer, Bestürzung und Leid – kombiniert mit Hoffnung, Freude, Erleuchtung und Liebe. Es gibt schlicht keine Möglichkeit, euch auch nur annähernd zu erklären, was sich in der Altstadt von Jerusalem tagtäglich abspielt.

Politisches und religiöses Pulverfass mit sehr kurzer Zündschnur – fassen wir zusammen: Eine Altstadt, eingekesselt von unüberwindbaren Steinmauern, die man nur durch wenige Tore verlassen kann. Drei der fünf Weltreligionen haben ihre heiligsten Orte innerhalb dieser Mauern auf wenigen Hundert Quadratmetern verteilt. Die einzelnen Viertel könnten unterschiedlicher nicht sein.

🔘 Islam: orientalisch, lebendig, laut, chaotisch, offen – aber leider auch stark vermüllt.

🔘 Judentum: ruhig, sauber, seriös – aber introvertiert und intolerant.

🔘 Christentum: strukturiert, organisiert, emotional – aber eingebildet und stur.

Die Religionen vermischen sich kaum – als ob eine unsichtbare Grenze existiert, die niemand überschreiten darf. Eigentlich wollte ich euch erklären, wie das friedliche Zusammenleben funktioniert, wie angespannt die aktuelle Situation ist und welche Zukunftsperspektiven es gibt … die Wahrheit ist: Ich kann es nicht. Unser G-Adventures-Guide ist Christ und hat uns seine Version der Lage geschildert. In Jordanien 🇯🇴 habt ihr bereits Ayman kennen und lieben gelernt – er ist Muslim, also kenne ich nun auch seine Sichtweise. Ich habe mich extra noch einer Free Walking Tour durch die Old City angeschlossen, um die jüdische Perspektive zu hören. Ihr könnt es euch vorstellen: Version Nummer 3.

Gute 100 Kilometer liegen zwischen Tel Aviv und Jerusalem – und diese beiden israelischen Städte könnten nicht unterschiedlicher sein. Eine hochmoderne Metropole mit traumhaften Sandstränden erwartet uns. Während in allen anderen Landesteilen Religion und die Einhaltung von Regeln und Gesetzen an erster Stelle stehen, interessiert sich in Tel Aviv kaum jemand dafür. Alkohol auf den Straßen, Feiern bis in die Morgenstunden, oben ohne in der Sonne liegen, im Bikini durch die Gassen schlendern, Schwule, Lesben, Transsexuelle – vollkommen egal, ein vorbildliches, friedliches Miteinander. Kaum zu begreifen, wie unterschiedlich das Leben hier ist.

Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe – aber in Tel Aviv empfiehlt es sich, Zeit am Strand zu verbringen 🤣. Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind die Strände lebendig und von Einheimischen wie Urlaubern stark frequentiert. Ich verstehe nicht, wieso alle 50 Meter ein neuer Strandabschnitt mit einem neuen Namen beginnt – aber zugegeben: Banana Beach oder Frishman Beach klingen schon recht verlockend. Wer auf 24/7-Party, Clubs und Alkohol steht, ist hier goldrichtig. Wer das religiöse und traditionelle Israel kennenlernen möchte, sollte um Tel Aviv lieber einen großen Bogen machen.

Nein, zurück zur Seriosität: Tel Aviv ist die zweitgrößte Stadt des Landes – und es gibt wirklich nichts außer Sonne, Strand und Partys. (Ich würde jetzt gerne wissen, wer von euch in diesem Moment denkt: Da muss ich hin! 😅) Keine Burgen, keine Schlösser, keine Denkmäler, keine nennenswerten Museen. Gezwungenermaßen habe ich einige Tage hier verbracht – und wer mich kennt, weiß, dass ich es nicht allzu lange aushalte, regungslos in der Sonne zu liegen. Böse Zungen behaupten: maximal fünf Minuten.

Ausflugsziele ab Tel Aviv:

✔ Ein 60-minütiger Strandspaziergang Richtung Süden führt in die Altstadt von Jaffa – bekannt für ihre Pflastersteine, steilen und engen Gassen, den wunderbaren Blick auf die Metropole, den Glockenturm und den ältesten Hafen des Landes.

✔ Ein absolutes Juwel liegt nördlich von Tel Aviv, unweit der Grenze zum Libanon 🇱🇧 – denkt nicht einmal daran! In der Bucht von Haifa befindet sich eine kleine antike Hafenstadt mit dem klangvollen Namen Akko. Vor einigen Wochen habe ich euch vom griechischen Schmuckkästchen Nafplio 🇬🇷 erzählt – Akko könnte dessen israelische Schwesterstadt sein. Endlose Stadtmauern entlang des Meeres, traumhafte Strände, charmante Gassen und traditionelle Restaurants, fernab des Tourismus – mit der wunderbaren Dschazzar-Moschee als Krönung. Ein absoluter Geheimtipp! Zufällig entdeckt, weil ich die glorreiche Idee hatte, einen kurzen Abstecher in den Libanon zu unternehmen … keine besonders gute Idee – gar keine gute Idee!

✔ Zwischen Akko und Tel Aviv liegt die Küstenstadt Haifa. Das Erste, was man dort erblickt, sind die zauberhaften Bahá’í-Gärten – ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe auf meiner Liste. Checkt die Öffnungszeiten vorab: Die Gärten können nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden, was meinen Aufenthalt etwas in die Länge zog 🙈.

Kennt ihr den Begriff Sabbat oder Schabbat? Er ist der heilige Wochentag des Judentums – und maßgeblich dafür verantwortlich, wie ihr euer Israel-Abenteuer plant. Gott sprach: „Am siebten Tag sollt ihr ruhen“ – und keine Religion der Welt führt diesen Befehl so konsequent aus wie das Judentum. Keine körperlichen Anstrengungen, keine Arbeit, nichts tragen, nicht kochen, nicht rauchen – rein gar nichts. Keine Züge, keine Straßenbahn, keine Busse, kein einziges Geschäft hat geöffnet. Das geht so weit, dass Juden das Autofahren untersagt ist – wegen der Zündkerzen 🤔 – und sogar die Lifte in Hotels stillstehen und nicht benutzt werden dürfen. Nein, ich übertreibe nicht!

Der Sabbat beginnt am Freitagabend mit Sonnenuntergang und endet am Samstagabend mit Einbruch der Dunkelheit. Wer Samstagabend durch Nazareth oder den jüdischen Teil Jerusalems streift, dem wirkt selbst ein Leobener Sonntagsnachmittagsspaziergang wie eine Massenveranstaltung. Plant also keine Reisen in diesem Zeitfenster – und landet schon gar nicht am Flughafen. Ihr werdet ihn kaum verlassen können, und wenn doch, sprengt es euer komplettes Urlaubsbudget.

Ich will nicht klugscheißen – aber ich habe ein paar Tipps aufgeschrieben, die vielleicht helfen, aus einer schönen Israel-Reise eine traumhafte zu machen:

Auch wenn es 50 Grad hat – kleidet euch angemessen oder habt zumindest passende Kleidung dabei. Frauen müssen die Schultern bedecken, Männer die Knie – sonst wird euch der Zugang zu vielen Gebäuden verwehrt.

Denkt an den Sabbat! Wie bereits erwähnt: Im jüdischen Teil des Landes hat alles geschlossen – Transport, Restaurants, Geschäfte … nicht einmal der Lift im Hotel funktioniert.

Wechselt auf keinen Fall Geld am Flughafen. Der Kurs dort ist eine Frechheit. Theoretisch kann man fast überall in US-Dollar oder Euro zahlen – aber auch dabei zahlt man drauf. Am besten vorab ein paar israelische Schekel besorgen.

🇮🇱 ist teuer! Das erste Mal, dass ich Leute aus Norwegen 🇳🇴 sagen hörte: „Bei uns ist es billiger“ – ich glaube, das sagt alles. Also gut vorausplanen!

Immer den Original-Reisepass mitnehmen – keine Kopie, keine digitale Version am Handy. Ihr werdet laufend kontrolliert.

Verzichtet auf eine SIM-Karte – die sind irrsinnig teuer. Es gibt an jeder Ecke freies WLAN.

Eine Flasche Wasser kann gut drei Euro kosten – also nehmt Wasser mit, in Plastikflaschen, nicht in Glas. Israel hat sauberes Leitungswasser und ausreichend Trinkbrunnen in den Städten.

Unzählige Leute wollen euch etwas verkaufen: Kein „Ich überlege noch“ oder „Ich komme wieder“ – ihr werdet sie NIE MEHR los. Ein höfliches „No, thank you“ – und die Sache ist erledigt.

Sammelt Kleingeld: Straßenbahn, Kiosk, Händler – Wechselgeld zurückgeben tut so gut wie niemand.

Informiert euch vorab über die aktuelle Lage – zum Beispiel beim österreichischen Außenministerium.

Wer plant, Länder wie den Iran 🇮🇷, Syrien 🇸🇾, den Libanon 🇱🇧, die VAE 🇦🇪 oder den Oman 🇴🇲 zu besuchen: Lasst euren Reisepass nicht abstempeln. Legt einen kleinen weißen Zettel bei und lasst diesen stempeln – das geht völlig in Ordnung. Kein Grund zur Nervosität!

Und dieser Punkt liegt mir besonders am Herzen: Verzichtet auf Pauschalreisen! 🇮🇱 ist perfekt zum Selbsterkunden. Das Land ist klein, verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und grundsätzlich ist alles auf Englisch. Und ihr wisst: Für Hilfe und Tipps stehe ich jederzeit zur Verfügung – außer Freitagabend bei Sonnenuntergang bis Samstagabend. Damit ihr euch schon mal daran gewöhnt 😅.

Nachdem das Klugscheißen vorbei ist, entführe ich euch zu einer Festung aus dem Guinness-Buch der Weltrekorde – zu meinem absoluten Magic Moment und gleichzeitig meinem neuen Erzfeind.

Ich hatte die glorreiche Idee – Achtung, Sarkasmus! –, bei weit über 40 Grad 🥵 einen Tagesausflug von Tel Aviv nach Masada zu unternehmen. Meine lieben Freunde: Mir war in meinem ganzen Leben noch nie so heiß. Die archäologische Stätte ist eine Verteidigungsanlage und zugleich ein Nationalpark inmitten der Judäischen Wüste.

Die Festung thront auf einem Plateau, das sich 27 Meter über dem umliegenden Wüstenboden erhebt. Der Gipfel ist entweder über einen mühsamen Wanderweg – der wegen Hitzeschlaggefahr zu 90 Prozent der Zeit gesperrt ist – oder per Seilbahn erreichbar. Okay 🤔 – noch einmal: Festung … 27 Höhenmeter … mühsame Wanderung … Seilbahn … findet den Fehler!

Wir befinden uns an einem der tiefstgelegenen Orte unseres Planeten. Der Startpunkt der Seilbahn liegt bei minus 230 Metern unter dem Meeresspiegel – sie ist damit die am niedrigsten gelegene Seilbahn der Welt und hält diesen Eintrag im Guinness-Buch der Weltrekorde. Da der Wanderweg wieder gesperrt war, ging es per Bahn auf atemberaubende 27 Höhenmeter 😅. Der Blick von der Festung über die Judäische Wüste ist atemberaubend – aber die Hitze bringt einen förmlich um. Die Führung dauerte gute anderthalb Stunden, und mit jeder Minute stieg die Qual. Kein Hauch Wind, kein Millimeter Schatten, und so viel konnte ich gar nicht trinken, um den Schweißverlust auszugleichen. Das klingt vielleicht amüsant – aber ich war kurz davor, vollständig zu kollabieren. Jedes Mal, wenn der Guide stehenblieb, um über die Geschichte der Festung zu referieren, verfluchte ich ihn innerlich bis aufs Schärfste. Die Hitzewelle von Petra 🇯🇴 war dagegen ein Ausflug in die Arktis.

Kurz vor, während oder nach meiner ersten Halluzination – nein, diesmal übertreibe ich nicht, es war die pure Qual! – ging es endlich zurück zum Van, Richtung En Gedi. Und jetzt leidet bitte mit mir. Unfassbare Hitze, minus 200 Höhenmeter, mitten in der Wüste … die Haut brennt, die Kehle ist trocken, der Sand juckt in den Augen. Man sehnt sich nach jeder Form von Kühle und Flüssigkeit – und würde wohl einiges dafür tun. Und dann erreicht man En Gedi. So etwas kannte ich nur aus Märchen und Sagen. Mir war nicht bewusst, dass es das wirklich gibt. En Gedi ist eine Oase inmitten der Judäischen Wüste – eine Quelle, die in der Bibel mehrfach erwähnt wird und zum Eintauchen einlädt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mitten in dieser Einöde liegt ein Nationalpark, der es ermöglicht, in kühlem, klarem Wasser zu baden. Könnt ihr euch vorstellen, was das für ein Moment ist? Je tiefer man in den Park hineinwandert, desto mehr Wasser schießt einem von Steinen und Felsen entgegen. Der Weg führt immer weiter hinauf – bis man schließlich am Fuße des Schulamit-Wasserfalls ankommt. Ich hoffe, ich darf das so formulieren: Sich nach diesem Hitzekampf vollständig bekleidet unter diesen Wasserfall zu stellen und sich abduschen zu lassen – das gehört zu den magischsten Momenten meines Lebens. Und ich darf dabei biblisch bleiben: Wenn Gott die Welt einmal geküsst hat, dann weiß ich, wo. En Gedi 🥰!

Vermutlich kreuzigt mich jetzt der eine oder andere 😉 – aber warum um Himmels willen fahren Leute freiwillig ans Tote Meer? Es ist tot – vollkommen tot, das verrät schon der Name 🙈. Die Küste ist trist, ein schwefliger Geruch sorgt für ein flaues Magengefühl. Kein Leben, keine Pflanze, kein Grashalm, kein Bäumchen das Schatten spendet – einfach nichts. Kein Vogelgezwitscher, keine Fische, kein beruhigendes Wellenrauschen, keine frische Brise – einfach nichts. Der Steinboden ist so heiß, dass die Schuhsohlen fast zu qualmen beginnen – an ein entspanntes Hinlegen ist nicht zu denken. Das Tote Meer hat einen Salzgehalt von über dreißig Prozent – und ich garantiere euch: Bekommt ihr auch nur einen kleinen Spritzer davon ins Auge, irrt ihr eine Weile orientierungslos umher. Eine Woche später hatte ich noch Schmerzen an Körperstellen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Rasiert euch am besten wochenlang vorher nicht. Ein Meer, das eigentlich keines ist, in dem man nicht schwimmen kann – warum fährt man hierher?

Ja, ich weiß – Gesundheit, Therapien, bla bla bla … aber für mich ist es einer der unattraktivsten Orte unseres Planeten. In wenigen Jahrzehnten wird dieses Meer für immer verschwunden sein. Geografisch und historisch wohl ein herber Verlust – aber ich weine ihm keine Träne nach.

Mein Fazit: Israel ist fantastisch. Besucht es, erlebt es – aber nehmt euch genug Zeit. Die Fahrzeit von Tel Aviv – wo es übrigens schöne Strände gibt 😅 – bis Jerusalem beträgt gerade einmal eine gute Stunde, und man erlebt zwei völlig unterschiedliche Welten. Religion, Geschichte, Natur, Strand, Partys … was immer ihr wollt – alles ist in diesem kleinen Land vorhanden.

Kosten: Mein Budget ist förmlich explodiert. Öffentliche Verkehrsmittel, Essen, Ausgehen – egal was, es ist kostspielig. Ein Bier für rund sieben Euro, einmal halbwegs ordentlich essen für unter 30 Euro kaum möglich … Die günstigen Preise für Hotels und Ausflüge täuschen über die Kosten des Alltags hinweg.

Sicherheit: Wer es noch nie erlebt hat, sitzt der Schock anfangs tief. An jeder Ecke patrouillieren schwer bewaffnete Soldaten – aber an diese Anblicke und die ständigen Sicherheitschecks gewöhnt man sich schnell. Aktuell gibt es nur eine einzige offene Grenze, die man passieren kann (Jordanien 🇯🇴) – alles andere ist gesperrt. Und es gibt definitiv Gebiete, die man nicht allein erkunden sollte. Wohl durch die hohe Präsenz der Armee habe ich mich in jeder Sekunde wohl und sicher gefühlt (Stand Juli 2019). Ich würde jedem empfehlen, Israel zu besuchen – aber behaltet die aktuelle Sicherheitslage im Auge.

Aus der Kategorie im Nachhinein schlauer: Eine solche Klugscheißer-Liste hätte mir auf jeden Fall geholfen, die Zeit etwas einfacher und effizienter zu gestalten – also: informieren, informieren, informieren.

Der Kreml ruft 🇷🇺 – und ich freue mich schon sehr darauf!

 

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