Kapitel 38 – 🇲🇴 Macao

Tripel-Feature im Pazifik, Teil 2: Von chinesischen Micky-Mäusen 🐁 über skurrile Weihnachtstänze 🎄 bis hin zu Wasserwerfern und Schlagstöcken …- … Hongkong 🇭🇰 zeigt mir alle seine Facetten. Obwohl ich zehntausende Kilometer entfernt bin, fühlte ich mich, als würde ich durch die schönsten Städte Europas spazieren …- … Macao 🇲🇴 ein heimischer Ort in Asien. Warum hier jeder Millionär 💰 werden kann und wieso bestimmte Fahrzeuge singen …- …dieses völlig bekloppte, aber liebenswerte Taiwan 🇹🇼.

Zuerst einmal: Merry Chrismas from Macao!

45 Minuten benötigt die Fähre von der Sonderverwaltungszone Hongkong in die Sonderverwaltungszone Macao. Allerdings würde ich diese Fähre eher als Highspeed-Schnellboot einordnen … während der Fahrt ist es verpflichtend, sich auf seinem Sitzplatz festzuschnallen … das Teil geht ordentlich ab.

Der chinesische Vorposten – äh, die Sonderverwaltungszone Macao natürlich – war bis zum Jahr 1999 fest in portugiesischer Hand 🇵🇹. Ein äußerst gewöhnungsbedürftiges Gefühl. Ich spaziere durch die Altstadt Macaos und fühle mich wie in eine portugiesische oder spanische Provinzstadt versetzt – die von Millionen chinesischer Touristen belagert wird. Na ja – eigentlich ein vertrautes Bild, nur dass die Touristen in Macao tatsächlich Einheimische sind.

Die Sonderverwaltungszone Macao der Volksrepublik China hat eine Fläche von 30,3 km² – die sich knapp 700.000 Menschen teilen. Auch ohne überdurchschnittliche Rechenkünste können wir erkennen, dass sich die Beinfreiheit in Grenzen hält. Rund 23.000 Bewohner teilen sich einen Quadratkilometer!

Macao – oder wie der Ort im Kantonesischen heißt: „Jūng’wàh Yàhnmàhn Guhng’wòhgwok Oumún Dahkbiht Hàhngjingkēui“ (kein Scherz) – wird auch als Las Vegas Asiens bezeichnet. Spätestens wenn die Dämmerung einbricht, kann ich diese These ausnahmslos bestätigen. Die berühmten Casinos stehen Seite an Seite – und die gigantischen Hotelkomplexe locken mit unzähligen Touristenattraktionen. Das Venetian Macao ist eine Kopie des Strips von Las Vegas und sorgt jeden Abend für reichlich Spektakel. Wie wir es bereits vom Hotel Bellagio in Nevada 🇺🇸 oder vom Burj Khalifa in Dubai 🇦🇪 kennen, tanzen die Wasserfontänen um die Wette. Die Regierung Macaos nimmt durch das Glücksspiel so viel Geld ein, dass sie es jährlich als Geschenk an ihre Einwohner verteilt. (Schon nett irgendwie, oder?)

Abgesehen vom Gambling verfügt die chinesische Exklave über eine phantastisch schöne Altstadt. Im Jahr 2005 nahm die UNESCO die Altstadt von Macao ins Weltkulturerbe auf. Der Largo do Senado erinnert an einen historischen Platz in Lissabon – und die Guia-Festung samt ihrem Leuchtturm an die Küstenregion der Algarve. Das Herzstück der Altstadt sind die berühmten Ruinen von St. Paul. Ich habe selten einen so frequentierten, aber dennoch so charmanten und liebevollen Ort gesehen wie dieses Stadtgebiet. So viel Europa hatte ich seit einem halben Jahr nicht mehr gefühlt und gesehen – und dieses Land, oder die Stadt … oder wie auch immer – versetzt mich zurück in die Vergangenheit.

Macao – oder wie der Ort im Chinesischen heißt: „Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó Àomén Tèbié Xíngzhèngqū“ (das ist noch weniger ein Scherz) – hat sich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde gesichert. Nicht als längster Ortsname (den hat sich die walisische Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch gesichert – auch hier scherzen wir nicht), sondern für den höchsten Bungeesprung der Welt. An der Spitze des Macao Tower springen geistig verwirrte Menschen von einer Plattform aus 233 Metern in die Tiefe. Wem das zu langweilig ist, der kann sich auch gerne dem Skywalk auf 338 Metern Höhe oder diversen anderen lustigen Sky-Veranstaltungen anschließen. Der Skywalk ist ein begehbarer Außenring mit einer Breite von 1,5 Metern … ohne Sicherheitsabsperrung! Klingt nach großem Spaß – oder was denkt ihr? Ein falscher Schritt – und man lernt die Schwerkraft aus einem anderen Blickwinkel kennen. Okay, nein – so dramatisch ist es nicht: Man bekommt einen Sicherheitsgürtel umgeschnallt, der das Gröbste verhindern sollte.

Da ich meinen lebenslangen Gegner Höhenangst in den letzten Wochen bereits mehrmals erfolgreich besiegt habe, dachte ich: Warum nicht? 🤔 Man lebt schließlich nur einmal. Die Veranstalter erklärten mir in Ruhe, was ich zu tun – und lieber zu lassen – hatte, und bereiteten mich auf mein Abenteuer vor. Das Briefing dauerte keine fünf Minuten – und schon stehe ich auf 233 Metern Höhe und sehe den Boden in wenigen Sekunden auf mich zurasen.

Augen zu … und 3–2–1 Bungee! VIDEO!

Die Sprünge werden über einen Livestream übertragen – und wer nicht so mutig ist wie ich, kann auf der Aussichtsplattform durch die Scheiben zuschauen, wie die Wahnsinnigen hinunterspringen (und -schreien).

Haha! Habt ihr wirklich geglaubt, ich werde springen? 😛 Nicht einmal für alles Geld der Welt, ewige Jugend oder einen Ansatz von Schönheit würde ich diesen Wahnsinn in die Tat umsetzen.

Mein Fazit: Ein Tag Sightseeing reicht aus, um diesen Ort kennenzulernen. Macao war eine nette Erfahrung mit europäischem Flair – aber bestimmt kein Ort, den ich ein zweites Mal aufsuchen muss.

Sicherheit: Wenn nicht gerade das Seil reißt oder ein Windstoß dich vom Geländer des Macao Tower fegt, musst du schon sehr kreativ sein, um hier in Schwierigkeiten zu kommen.

Kosten: Laut dem Internationalen Währungsfonds ist Macao das zweitreichste Land der Erde. Das BIP pro Kopf ist ungefähr dreimal so hoch wie in Österreich – und diese Zahlen spiegeln auch das dortige Preis-Leistungs-Verhältnis wider 💰.

Chinesisches Provinzenhopping Teil 3 … Silvester(stadl) in Taiwan 🇹🇼 steht an.

 

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